Maroon 5 - Hands All Over - Cover
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Maroon 5 Hands All Over


  • Label: A&M/Universal
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Maroon 5 bieten ihren Hörern ein perfekt ausbalanciertes Popalbum an.

Die Band hat inzwischen einen Sound entwickelt, den man getrost als Markenzeichen betrachten kann. Das führt aber auch kleinere Problemchen mit sich. Denn hört man „Misery“, die erste Single aus dem neuen Album „Hands All Over“ im Radio, kann man schon mal ins Grübeln geraten, ob dies jetzt die dritte Singleauskopplung aus dem vorherigen Album oder tatsächlich ein neuer Song ist. Klassischer Fall von „Ich+Ich“-Syndrom.

Doch mehr als 15 Millionen verkaufte Alben geben der Band recht, die sich seit ihrem Majordebüt aus dem Jahr 2002 zu einer echten Hitmaschine entwickelt hat. Kein Wunder, dass bewiesene Top-Produzenten von selbst bei Maroon 5 durchklingeln, um ihre Dienste anzubieten. So geschehen mit Robert John „Mutt“ Lange (Def Leppard, AC/DC, Foreigner, Nickelback, Shania Twain), der ganz heiß darauf war, das dritte Studioalbum der Pop-Rocker aus Los Angeles im Studio zu betreuen. Als Aufnahmeort suchten sich Maroon 5 ein Studio im schweizerischen Vevey ganz in der Nähe der Metropole Montreux aus, wo Queen seit 30 Jahren die Mountain Recording Studios besitzen. Das war vielleicht auch die Inspiration zu der Coverversion des Queen-Klassikers „Crazy little thing called love“, der das Album als locker-flockiger Akustikrocker beendet.

Bis dahin haben Maroon 5 wieder einmal eine unheimlich einnehmende Mischung aus Pop, Rock und Funk versprüht, die für die kommenden Monate allerbestes Radiofutter verspricht. Ausnahmslos alle Songs gehen so schnell ins Ohr wie Traubenzucker ins Blut. Es wird nicht lange gefackelt bzw. an Experimente oder dergleichen gedacht und vermeintlich härtere Klänge aus längst vergangenen Zeiten werden ignoriert. „Hands All Over“ ist Popmusik in Reinkultur. Große Melodien („Never gonna leave this bed“, „How“), sahnige Hooklines („Stutter“) und allen anderen notwendigen Zutaten wie eine satte Produktion („Hands all over“) und kleine gesangliche Extravaganzen („Give a little more“) werden hier angereicht. Das ist wahrlich kein Magerquark!

Dabei scheuen sich Maroon 5 nicht davor, das Ganze auf die Spitze zu treiben, indem sie zusammen mit den Country-Durchstartern Lady Antebellum aus Nashville eine sich butterweich einschmeichelnde Ballade abzuliefern, die vor Schmalz nur so trieft („Out of goodbyes“). Hier wäre es nicht verwunderlich, wenn sich der eine oder andere Hörer bewusst ausklinkt, da die Grenzen zwischen schmierig und schön sich mehr als nötig verwischen. Aber das ist auch Geschmackssache. Denn grundsätzlich bieten Maroon 5 ihren Hörern ein perfekt ausbalanciertes Popalbum an, das all denen gefallen wird, die auch die beiden Vorgänger „Songs About Jane“ und „It Won´t Be Soon Before Long“ mochten. So einfach ist das!

Anspieltipps:

  • How
  • Stutter
  • Just a feeling
  • Hands all over
  • Never gonna leave this bed
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