John Legend - Wake Up! - Cover
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John Legend Wake Up!


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 62 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses Album beeindruckt mit starken politischen Aussagen und passender energischer wie emotionaler Musik.

Politische Botschaften zu vermitteln, gilt unter Musikern nicht mehr als der letzte Schrei, Liebeslieder gehen scheinbar einfach besser. Nichtsdestotrotz schloss sich R&B-Sänger John Legend für diese Platte mit der HipHop-Combo The Roots zusammen, um Politisches und Grundsätzliches zu den Problemen von Amerika und der Welt zu verkünden. Der Anlass war die politische Aufbruchstimmung in Amerika, die Barack Obamas Nominierung und Präsidenten-Wahlkampf auslöste und die die beteiligten Musikern gern als Weckruf für alle politisch Interessierten und solche, die es werden wollen, ansehen. Als musikalisches Material wählten Legend und The Roots, die leider immer noch als Geheimtipp anzusiedelnde neue HipHop-Hoffnung gelten, Black Music-Songs aus den 60er und 70er Jahren. Dort waren ihrer Meinung nach ähnliche Umstände und Probleme angesagt, Armut und Diskriminierung als Beispiel, und vor allem bestimmten sehr politische Texte die Musik. Außer dem eigenen Song „Shine“ fungiert John Legend also vornehmlich als Sänger, wobei Black Thought von The Roots bei zwei Tracks mitsingt bzw. rappt.

John Legend beweist, dass er mehr als chartkompatible R&B-Balladen singen kann, sondern dass der Soul sein Metier ist. Seine samtweiche Stimme beherrscht alle Spielarten und die textlichen Botschaften und auch das Gefühl lässt er unverkennbar durch seine Stimmbänder transportieren. Die erste Single „Wake up“ mit Common und Melanie Fiona fängt den Groove der damaligen Zeit perfekt ein, besser geht eine Black-Music-Geschichtsstunde nicht! HipHop und Soul sind die Säulen auf denen The Roots und John Legend musikalisch aufbauen und da darf auch entspannter Reggae wie in „Humanity“ nicht fehlen. Einzig „Wholy Holy“ mit seiner schleppenden geigengetränkten fast schmalzigen Art stört das gute Gesamtbild, irgendwie passt dieser Marvin Gaye-Song nicht ins Konzept.

Wer das elfminütige (!) „I Can't Write Left Handed“ hört, braucht nicht vom Talent der Protagonisten überzeugt werden: Nach fast zweiminütiger Einleitung, in der Legend den Grund darlegt, warum dieser Song gewählt wurde, singt er dann sehr gefühlvoll und später extrem energisch. Im weiteren Verlauf verlängert ein E-Gitarrensolo den Track auf diese lange Spielzeit und besser als mit diesem Song kann man die offensichtlich vorhandene Spielfreude der Musiker nicht illustrieren. Dieses Album beeindruckt mit starken politischen Aussagen und passender energischer wie emotionaler Musik, die HipHop und Soul plus R&B auf erstaunliche Art und Weise zusammenbringen.

Anspieltipps:

  • Wake Up Everybody (featuring Common and Melanie Fiona)
  • I Can't Write Left Handed
  • Hard Times feat. Black Thought
  • Shine

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