Black Mountain - Wilderness Heart - Cover
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Black Mountain Wilderness Heart


  • Label: Jagjaguwar/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Sound, der einem sprichwörtlich den Staub von den Kleidern klopft.

Aus Vancouver stammend, gehen die Anfänge der Psych-Rocker von Black Mountain bis in die Neunziger zurück, als man durch Parties und der zwischen umtriebig und mäßiger Spannung schwankenden Subkultur Vancouvers zueinander findet. Zur 2003´er Tour lieh man sich noch Sängerin Amber Webber von einer anderen Band aus, während sie mittlerweile zum überaus glücklich gewählten festen Element der Truppe gehört. Neben Amber sorgt Stephen McBean für die Vocals und ist darüber hinaus noch Gitarrist von Black Mountain, die schließlich 2005 bei Jagjaguwar unterzeichnen. In Form des hochgelobten, selbstbetitelten Debüts beginnt dann der Siegeszug auch auf Tonträger-Ebene, wobei nicht zuletzt das Zweitwerk „In The Future“ (2008) für genre-übergreifende Furore sorgt. Wer Bammel hat, dass der Nachfolger „Wilderness Heart“ da nicht mithalten kann, wird schon bei den ersten Tönen des Openers „The Hair Song“ besänftigt.

An der amerikanischen Westküste entstanden, zwischen den London Bridge Studios in Seattle und der alten Autowerkstatt Sunset Sound in Hollywood, wo schon The Doors, Ringo Starr sowie die Rolling Stones werkelten, ist „Wilderness Heart“ eine Platte, die so verträumt schwärmen kann, wie sie beherzt zupackt. Zwischen Folk, Stoner Rock, Psychedelica und Pop neben Metal-Anleihen steht es zwischen den Stühlen und fühlt sich hörbar wohl dabei. Obwohl natürlich Black Sabbath und Led Zeppelin Pate standen, sind Black Mountain eine Größe für sich, die immer weniger an Referenzen denken lässt. So glänzt „Rollercoaster“ mit tief gestimmten Gitarren, während die Riffs mächtiger nicht sein könnten und das Schlagzeug samt Bass einem sprichwörtlich den Staub von den Kleidern klopft. Eine psychedelisch wabernde Pop-Zutat gibt dem Ganzen fast schon Leichtigkeit, die bei der gezupften Gitarre von „Radiant Hearts“ und sinnlichem, zweistimmigem Gesang vollends umgarnt.

Doch auch für Highway-Rock der Marke „halliger Gesang trifft auf messerscharfe Gitarren-Riffs in einer beschleunigten Losgeh-Methode“ ist mit „Let Spirits Ride“ vergnügt gesorgt. Ausformulierte Gitarren-Soli sind da ebenso aufgehoben wie Orgel-Beigaben, die verschroben aus dem Nichts erscheinen und so stimmungsvoll mit Effekten verziert sind. Wenn die Steel-Gitarre von „Buried By The Blues“ die Melancholie herausposaunt und immer wieder die abgehangenen Orgel-Sounds so verdächtig gen Liebe für die Ewigkeit schreien, ist der Platz an der Sonne (in der schattenlosen, brütend heißen Wüste wohlgemerkt) ganz nah und Black Mountain mit einem großen Wurf zurück.

Anspieltipps:

  • Old Fangs
  • Rollercoaster
  • The Way To Gone
  • Wilderness Heart

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