Ari Hest - Twelve Mondays - Cover
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Ari Hest Twelve Mondays


  • Label: Arctic Rodeo Recordings
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Castingshow ganz anderer Art inszenierte der amerikanische Songwriter Ari Hest 2008: 52 Wochen lang durften seine Fans gegen eine einmalige Gebühr von 20 Dollar Jury spielen. Jede Woche gab Ari einen Song im Internet zum Download frei und wartete auf das Urteil der Fans. Ari Hest überarbeitete und verfeinerte diese daraufhin und nahm eine Auswahl von zwölf Tracks auf eine neue CD auf, die in seiner Heimat USA schon 2009 erschien. Hierzulande nahm sich das Hamburger Label Arctic Rodeo Recordings seiner an und veröffentlicht nun dieses Werk.

Ari Hest hat nach einem selbst finanzierten Debütalbum namens „Someone to tell“ 2004 die große Plattenfirma Columbia auf sich aufmerksam gemacht. Das zweite Silberscheibchen hörte auf den Namen „The Break-In“ und war Hest Majordebüt. Dann beschloss Ari Hest aber seine musikalische und finanzielle Selbstständigkeit zu bewahren, kündigte den Vertrag und brachte die erwähnte Fanaktion zustande. Musikalisch bleibt Ari Hests Erfolgskonzept weiterhin dem sanften Songwriter-Folk-Pop treu. Bei „One Two“ beginnt der Reigen: Die Akustikgitarre beherrscht Hest genau wie seine warme einschmeichelnde Stimme und auch das Keyboard gehört zu seinem Instrumentenarsenal, das er spielen kann. Das klingt alles sehr melodieorientiert, reduziert und sehr melancholisch.

„I'll be there“ wartet dann mit einer richtigen Studioband auf, die einen melodischen Folk-Pop produziert, der gefällt und der ein wenig mehr Abwechslung bringt als der langsame Opener. Herausragendes Moment der CD scheint „Broken Voices“ zu sein, denn hier zieht Ari Hest alle Register: Nach sanften Tönen ertönt die Stimme ausnahmsweise mit elektronischer Bearbeitung, so als ob er weit weg mit schlechter Telefonverbindung singt. Der Track steigert sich zu einem melodiösem Etwas, weil Hest nun ungefiltert singt und immer wieder Gesang und Instrumente zusammengemischt werden, die einen interessanten Background ergeben. Ein fast schon komplexes Opus, welches mit einer süchtigmachenden Melodie Appetit auf mehr macht. Doch Ari bleibt bei seinen folkig-countrylastigen Pop-Perlen, die von seiner Stimme leben und die als perfekte Lagerfeuermusik oder Herbstmusik durchgehen. „Binoculars“ überrascht mit zarter E-Gitarre und Handclaps als Melodieführer und durchbricht genau wie das sanfte Duett „Cranberry Lake“ mit Amy Kuney die üblichen Klänge.

Das Glockenspiel packt Hest bei zwei Songs auch noch aus und das passt zum warmen erdigen Sound, der nie richtig laut wird. Außer „Broken Voices“ sticht kein Song heraus, dafür passen die Songs einfach harmonisch zueinander und sie wachsen mit jedem Hördurchgang. Allerdings wünscht man sich schon trotz aller Bemühungen des Songwriters Hest, dass die Handbremse gelöst wird und nicht nur tempoarme Songs gereicht werden, aber die Qualität der Tracks stimmt sicherlich. 37 Minuten scheinen aber ein wenig kurz, Songmaterial hatte Ari Hest doch mit seinen 52 Songs genug....

Anspieltipps:

  • I'll Be There
  • Broken Voices
  • Cranberry Lake
  • Binoculars

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