Letzte Instanz - Heilig - Cover
Große Ansicht

Letzte Instanz Heilig


  • Label: Drakkar/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Starke Gefühle und Härte gnadenlos gut kombiniert.

Die Idee, eine Albumtrilogie zu veröffentlichen, ist heutzutage ungewöhnlich. Aber wenn man schon 14 Jahre im Geschäft ist, darf man das wohl. Auch wenn von der ursprünglichen Besetzung nur Geiger Stolz und Gitarrist Holly D. übrig geblieben sind, wirkt die Letzte Instanz in ihrem Gothic-Rock gefestigt, ohne zu langweilen. Letztes Jahr erschien der erste Teil namens „Schuldig“, nun kommt also „Heilig“. Was darf der Hörer erwarten?

Nach dem gewohnt stimmungsvollen Intro, dass die übliche dunkle Stimmung heraufbeschwört, erklingt „Unsterblich“ mit dem üblichen harten E-Gitarren- und Schlagzeugeinsatz und der markanten Stimme von Sänger Holly. Nach dem textlich etwas sehr plakativen „Neue Helden“ bekommt der geneigte Fan mit „Schau in mein Gesicht“ die erste Single präsentiert: Geboten wird gewohnt flotter Gothic-Rock inklusive stark eingängigem Refrain, den man sofort als Letzte Instanz Track erkennt. Auch „Dein Gott“ schlägt in die Kerbe pathetischer Rocker, was aber durchaus positiv gemeint ist. Benni Cellini am Cello und Herr Stolz an der Geige mischen sich immer wieder unter den fast schon Metal-ähnlichen Sound, den die zwei Gitarristen und der Bassist zusammen mit dem Schlagzeuger anrühren. Die dunkle und auch eindringliche Stimme von Holly bestimmt mit ihrer Präsenz die meisten Songs, Holly zeichnet für die Texte verantwortlich und greift dort eher selten zu Worthülsen der Szene. „Unsichtbar“ befasst sich mit der heutigen „Immer Online“-Mentalität, die der Sänger offensichtlich ab und an torpedieren möchte.

„Atme!“ macht richtig Tempo, stellt Drums und Gitarrenriffe stark in den Vordergrund und rockt so richtig. Bei „Die Erhabene“ und das Duett „Der Kuss“ experimentiert die Band zeitweise mit orientalischem Klängen, die aber nicht durchgehend zu hören sind und den Sound gut erweitern. „Eismeer“ beherbergt wieder einen eingängigen Refrain, der mit viel dunkler Emotion und gewohnt harten Klängen garniert wird.

Zum guten Schluss gibt es noch eine herzergreifende Ballade, die mit ihrer Sanftheit gar nicht zum rockigen Rest passt. Der zweite Teil der Trilogie beweist noch mal die Vielseitigkeit der Letzten Instanz, die starkes Gefühl und Härte gnadenlos gut kombiniert und man darf gespannt auf den dritten Teil und natürlich die Live-Präsentation des neuen musikalischen Materials warten.

Anspieltipps:

  • Atme!
  • Dein Gott
  • Unsichtbar
  • Die Erhabene
  • Eismeer

Neue Kritiken im Genre „Gothic-Rock“
5/10

MTV Unplugged: Unter Dampf - Ohne Strom
  • 2015    
Diskutiere über „Letzte Instanz“
comments powered by Disqus