Black Country Communion - Black Country  - Cover
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Black Country Communion Black Country


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 73 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

BCC muss man als Rockfan unbedingt gehört haben!

Auch wenn sich die Bandmitglieder vehement gegen den Begriff „Supergruppe“ wehren, ist nun einmal Supergruppenalarm angesagt, wenn Bluesgitarrist Joe Bonamassa, Sänger und Bassist Glenn Hughes (Deep Purple, Black Sabbath), Keyboarder Derek Sherinian (Dream Theater) und Drummer Jason Bonham (Led Zeppelin, Foreigner) innerhalb einer Band aufeinander treffen. So ist das Gesetz der Szene, dem sich auch die vier Herren unter dem Namen Black Country Communion stellen müssen.

Die Geburt der Band geht auf Produzent Kevin Shirley (Led Zeppelin, Aerosmith, Black Crowes) zurück, der die gemeinsam in Los Angeles jammenden Joe Bonamassa (33) und Glenn Hughes (58) mit den übrigen Kollegen zusammenbrachte und als Mentor für die Albumproduktion fungierte. Sämtliche Songs entstanden dabei relativ schnell und vor allem live im Studio und stellen eine mehr oder weniger moderne Form des Classic Rock dar, bei dem Blues und Hardrock gleichberechtigt miteinander vermischt werden.

Das Zusammentreffen solch hochkarätiger Musiker spricht sich in der Fanszene schnell herum und löst meist große Vorfreude aus. Nicht selten können die Alben so genannter Supergruppen die Erwartungen deshalb nicht erfüllen, da die großen Musikernamen Erinnerungen wachrufen und klare Ansprüche des Hörers projizieren. Bei der Black Country Communion läuft dies zum Glück etwas anders ab! Die Band orientiert sich stark am Sound von Deep Purple in den 70er Jahren („Beggarman“), was besonders auf das Konto von Glenn Hughes geht, der definitiv besser singt als er aussieht. Aber auch Keyboarder Derek Sherinian schafft es mit seinem Spiel, diese einzigartige Stimmung zu reproduzieren („Song of yesterday“), während Joe Bonamassa durchaus seine eigenen Bluesnoten einbringt, aber nicht mit Bluesrockgegniedel aus dem Rahmen fällt, sondern ein gutes Verständnis für gefühlvoll gespielten (!) Hardrock an den Tag legt („No time“).

Mit dem treibenden Opener „Black country“ setzt die Band erst einmal ein knackiges 3-Minuten-Statement, um als Rockgruppe der härteten Sorte wahrgenommen zu werden, bevor die Songs langsam länger und länger werden und jeder Musiker genügend Raum erhält, um sich an seinem Instrument auszutoben. Und dann ist es tatsächlich so wie in den großen Zeiten der Classic-Rock-Dinosaurier, wenn diese vier Musiker zusammen in die Kompositionskiste greifen und den Geist von Deep Purple und Led Zeppelin auferstehen lassen („Medusa“). Selbst wenn dabei kein neues „Ramble on“ oder „Child in time“ herausspringt, ist „Black Country“ ein starkes und in sich geschlossenes Werk, das so gar nicht in die heutige Zeit passen mag und vielleicht gerade deshalb so hohe Wellen schlägt. Fazit: Muss man als Rockfan unbedingt gehört haben!

Anspieltipps:

  • Medusa
  • Down again
  • The great divide
  • Song of yesterday
  • Stand (at the burning tree)

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