Lucas Renney - Strange Glory - Cover
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Lucas Renney Strange Glory


  • Label: Brille Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus dem nordenglischen Sunderland kommt der Singer/Songwriter Lucas Renney, der vor einigen Jahren mit der von John Peel favorisierten Rock’n’Roll Formation The Golden Virgins in den Fokus der Öffentlichkeit rückte. Nachdem sich die Band 2006 quasi in Alkohol und Lethargie aufgelöst hatte, wuchs in Lucas Renney der Wunsch ein Soloalbum aufzunehmen. 2009 verbrachte er hauptsächlich damit sein Debüt zu realisieren. Zur Seite standen ihm Simon Raymonde (ehemals Cocteau Twins) als Produzent sowie als Saiten- und Tastenspieler, hinzu kamen die Midlake Musiker Paul Alexander und McKenzie Smith sowie Gastsängerin Stephanie Dosen.

Lucas Renney ist ein Mann der sanften und zärtlichen Töne, seine melancholischen, oftmals dunklen Songs sind in der Tradition eines Nick Cave, Leonard Cohen, Nick Drake, Will Oldham und Bill Callahan zu sehen, ohne damit eine musikalische oder gesangliche Ähnlichkeit hinein interpretieren zu wollen. Vielmehr handelt es sich um atmosphärische und stilistische Entsprechungen.

Eröffnet wird „Strange Glory“ mit dem zärtlich sanften „As The Night Gently Falls“, dem das poetisch-dunkle „How I Wanted You“ folgt, das sich selbst mit der Zeile „the slow night flows quietly on“ treffend umschreibt. Auf „She Gives The Chills“ dürfen wir die zurückhaltende, um so schönere Harmoniestimme Stephanie Dosens vernehmen, die Renneys zärtliche Stimme unterstreicht. Desgleichen einfühlsam streichelt der englische Singer/Songwriter über die Saiten der akustischen Gitarre, die immer wieder von feinst arrangierten Streichern ornamentiert wird. Die Songs sind von zerbrechlicher Poesie, melancholisch-dunkel und doch von Leichtigkeit und Schönheit geprägt, man höre bspw. „A Tear In The Sea“. Hin und wieder treten britische Folktraditionen in den Songs hervor, die weit entfernt von allzu formelhaftem Verständnis erklingen.

„Strange Glory“ hat auch eine spirituelle Ebene, die sich aber nicht in den Vordergrund drängt sondern zwischen den Zeilen und Tönen zum Tragen kommt. Dementsprechend strahlen die Songs Ruhe und Frieden aus, ohne dabei in eine Klischeefalle zu tappen, vielleicht der größte Verdienst dieses Albums. Ansonsten darf man „Strange Glory“ einfach zurückgelehnt geniessen und in dessen melancholischer Rein- und Schönheit sehnen und schwelgen.

Anspieltipps:

  • As The Night Gently Falls
  • A Tear In The Sea
  • Lord Knows I Do
  • I Will Abide
  • These Same Stars

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