Teufel - Absinth - Cover
Große Ansicht

Teufel Absinth


  • Label: Teufel Records
  • Laufzeit: 69 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Teufel ist bei weitem kein unbekanntes Lichtchen der Szene. Seit mehr als 20 Jahren ist er in diversen Combos in der Musikszene vertreten und bekannt als Songwriter, Sänger und Dudelsackspieler. Die Mittelalterformation Corvus Corax hat ihn schon in ferne Länder gebracht, wo er sich ebenso wie in seiner Heimat breite Fanblöcke erspielen konnte. Mit "Absinth" liegt nun sein Solodebüt vor, das aufgrund seiner zahlreichen Aktivitäten einen etwas längeren Entstehungsprozess hinter sich hat. Gut Ding will schließlich Weile haben. Vor allem wenn man nach Möglichkeit alles in Eigenregie produziert und lediglich das Mastering in fremde Hände gibt.

Der Hörer wird gefangen in einer Welt von Klängen, die man dank Tanzwut von Teufel gewohnt ist. Harte Gitarren, Industrialklänge, Dudelsäcke. Hinzu kommen deutsche Texte, gesungen mit einzigartiger Stimme, die Teufel in die vertraute Rolle des Geschichtenerzählers, des Narren des Mittelalters, versetzen, in der ihn Fans so lieben. Seine Geschichten sind phantastisch, bizarr und doch in gewisser Weise fesselnd. Die Songs selbst laden mit energiegeladenen Melodien zum Tanzen ein. Gerade Titel wie „Den speise ich“, „Neigt euer Haupt“ oder „Kalt ist mein Herz“ kann man sich problemlos in den Szeneclubs vorstellen. Als Kontrast dazu stehen langsamere Songs wie "Alles nur ein Traum", die beinahe noch mehr ins Ohr gehen und die man dank Düsternis und einem gewissen Funken Mysterium nicht sofort wieder vergisst. Einzig „Die Moritat von Mackie Messer“ entspringt nicht allein seinem Gedankenwerk, sondern ist eine Neuinterpretation des Titels aus der „Dreigroschenoper“ von Brecht/Weill.

Schade ist lediglich, dass sich das Solowerk nur schwer von den Produktionen als Tanzwut unterscheiden lässt. Dennoch - oder gerade deshalb - wird dieses Album einmal mehr den Geschmack seiner Fans treffen und ihm garantiert den ein oder anderen neuen Fan bescheren. Ein wenig mehr Abwechslungsreichtum hätte man sich allerdings doch erwarten können.

Anspieltipps:

  • Alles nur ein Traum
  • Neigt euer Haupt
  • Absinth
  • Die Moritat von Mackie Messer

Neue Kritiken im Genre „Industrial-Rock“
7.5/10

The Sheltering Sky
  • 2015    
Diskutiere über „Teufel“
comments powered by Disqus