Hurts - Happiness - Cover
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Hurts Happiness


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Herz wird während der 11 Tracks langanhaltend gewärmt und die Sorgen weggewischt.

Manchester und elektronische Musik – das passt. Mit dem legendären Label Factory Records und dem Hacienda, ein bedeutender Club für die Madchester-Ära Ende der 80´er/Anfang der 90´er, vereinigte sich der Post-Punk mit tanzbaren Elementen und deutete eine elektronischere Richtung an, die zum Beispiel New Order, die Happy Mondays und Stone Roses so erfolgreich machte. Schließlich ging es in den BritPop über und war nicht mehr so deutlich auf Manchester bezogen. Wer sich dennoch mit dem faszinierenden Umfeld des Factory Labels auseinander setzen möchte, dem sei der Film „24h Party People“ mit Nachdruck empfohlen.

Für alle, die zur Zeit den typischen Synthesizer-Pop der 80´er wieder aufsaugen, als sei es das erste Mal oder die, die als Spätgeborene diese stilvolle Zeit der sehnsüchtig gelebten und getanzten Melancholie gar nicht recht miterlebten, bricht dieser Tage das Manchester-Duo Hurts, Theo Hutchcraft sowie Adam Anderson, zum absoluten Erfolgs-Rundumschlag durch. Vor einigen Monaten in England mit nur einer veröffentlichten 12-Inch Single, nämlich „Wonderful Life“, schon zu Helden gekrönt, kommt nach all dem Warten ihr erster Longplayer und verzückt auf allen Ebenen. Vom Styling über das leicht unterkühlte, aber gefühlvolle Auftreten in Verbindung mit festlichen Live-Shows bis zum gnadenlos hitverdächtigen Songwriting und wundervollen, analogen Synthesizer-Sounds stimmt da alles. Wer das Glück hatte, sie auf der relativ kleinen Gemini Stage des Melt Festivals 2010 zu sehen, wird dieses in Zukunft wohl kaum noch im kleinen Rahmen wiederholen können.

Zu sehr ist die Musikwelt derzeit auf den Glanz der Achtziger fixiert und zu gut sind Songs wie „Silver Lining“ und natürlich das unvergesslich herzzerreißende „Wonderful Life“, die nur den Auftakt eines nahezu perfekten Albums darstellen. Selbst das lange verpönte Saxophon-Solo ist im letztgenannten Track stimmig, träumerisch tanzbar genau so wie schwelgend innehaltend und der Refrain mit einer Hookline ausgestattet, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Doch viel mehr wird das Herz während der 11 Tracks auf „Happiness“ langanhaltend gewärmt, die Sorgen weggewischt und das Schönste: Die Songs bleiben stets auf einem hohen Niveau, gesanglich wie von den Synthesizer-Sounds und Songstrukturen her, in denen nicht nur der schnelle Hit gesucht wird. Hurts setzen auf Nachhaltigkeit, die mal im Uptempo-Bereich („Sunday“, „Better Than Love“) oder balladesk strahlend („Blood, Tears & Gold“) beheimatet ist und so leicht verdaulich Pop ist, wie sie langfristig verzaubert. Dass Kylie Minogue auf „Devotion“ trällert, wird da zur Randnotiz.

Anspieltipps:

  • Silver Lining
  • Wonderful Life
  • Illuminated
  • Unspoken

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