Andreya Triana - Lost Where I Belong - Cover
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Andreya Triana Lost Where I Belong


  • Label: Ninja Tune/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Was für eine seelenvolle Stimme Andreya Triana hat, konnte sie schon mit Guest Vocals bei den renommierten Electronica-Acts Flying Lotus sowie Bonobo beweisen. Auch Mr. Scruff und Theo Parrish profitierten von ihrem Gesang, der einen schnell gefangen nimmt und eigentlich prädestiniert für den Glanz eines Soloalbums ist. So kam es, dass Simon Green aka Bonobo Andreya Triana nicht nur für drei Gastbeiträge auf seinem aktuellen Album „Black Sands“ anheuerte, sondern ihr gleich die Produktion für das Solodebüt anbot. In Simons Studio entstand dann auch „Lost Where I Belong“, unterstützt von Live-Musikern, Samples und einer weit strahlenden Portion Soul, welche das Album zu einer intimen Angelegenheit macht, ohne sich in all der Schöngeistigkeit zu verlieren.

Dafür sorgt allein die tiefgreifende Instrumentierung aus Akustikgitarren, Streichern, Percussions, Bläsern und so vielem darüber hinaus, für das man einige Durchläufe braucht, um der vollmundig genutzten Instrumental-Bandbreite, jederzeit grazil eingesetzt, gerecht zu werden. Schon der perlende Opener „Draw The Stars“ lässt das Vorhaben der längerfristigen Beschäftigung mit „Lost Where I Belong“ zu einer Pflicht werden, der man überaus gern nachkommt. Im Titeltrack gibt der Bass einen unwiderstehlichen Groove vor, während die rhythmusbetonten Percussions wahlweise zum Engtanz oder Fußwippen einladen, in einer Art, die spätestens mit dem Einsetzen von Andreyas warmer, umarmender Stimme zu einem Selbstgänger wird.

In bester Agentenfilm-Manier werden die Bläser in „A Town Called Obsolete“ spannungsvoll zum Showdown herangeführt, um anschließend bei „Darker Than Blue“ einem hypnotischen Gitarren-Thema das Hauptaugenmerk zuzusprechen, das schon wieder etwas Cineastisches hat, dieses Mal vielleicht eher bizarr-schemenhaft a la Tarantino, nicht nur aufgrund der Pfeif-Parts. Überhaupt ist es die cineastische Komponente auf „Lost Where I Belong“, die so sehr verzaubert, dass es fast weh tut. Obwohl Downbeat-Electronica zum Zuge kommt und Samples ebenso, wirkt alles sehr organisch. Seelenvoll eben, mit präsenten Song-Ideen ausgestattet und zeitlos ergreifend. Eine Ode an die Seele.

Anspieltipps:

  • Draw The Stars
  • A Town Called Obsolete
  • Darker Than Blue
  • Far Closer

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