Leif Vollebekk - Inland - Cover
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Leif Vollebekk Inland


  • Label: Nevado Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon der Name lässt auf einen Skandinavier schließen und tatsächlich fließt auch skandinavisches Blut in Leif Vollebekks Adern. Geboren und aufgewachsen ist er allerdings in Kanada. Er ist Vinylliebhaber und in seiner voluminösen Plattensammlung findet sich so Einiges, das sich zwischen Bob Dylan und Ray Charles einordnen lässt. Sein Album „Inland“ hat er selbst produziert, arrangiert und orchestriert, es erschien in Kanada bereits im Januar 2010. Nun schließt sich die Veröffentlichung in Europa und den USA an.

Auf die Frage nach dem Sound von „Inland“, antwortete Vollebekk: „Als würde Neil Young wie eine Kreuzung aus Dylan und den Stones klingen. Ich würde gerne wie Hank Williams trifft Sigur Ros klingen. Hoffentlich liege ich falsch und es kommt etwas anderes heraus.“ Seine Vorbilder sind auf „Inland“ lediglich Anhaltspunkte, denn hier ist ein eigenständiger Künstler zu vernehmen, der einiges zu sagen hat und auch in Zukunft (ein zweites Album ist schon am Entstehen) aufhorchen lassen wird.

Bereits beim ersten Hören ahnt man hinter der introvertierten Schale die Tiefe der Songs, denen man sich am besten alleine oder unter den Kopfhörern nähert. An der Art der Kompositionen und der Gesangstechnik lassen sich die großen Singer/Songwriter wie Bob Dylan, Neil Young oder Ray Charles festmachen. Vollebekks Stimme jedoch, hat ihre ganz eigene Klangfarbe und sein Songwriting findet die Balance zwischen Präzision und Emotion. Seine Gitarrenkünste – vor allem das Fingerpicking und das perlend-flüssige Spiel – verdeutlichen Songs wie „Michael Roberts & The Dancer“, „Ladyland“ oder „A Dozen Mares“, letzterer Titel mit eingestreuten Slides, die den Song in seiner Form vollenden.

Von hoher atmosphärischer Dichte sind die mit Streichern veredelten Songs. Auf in “In The Midst Of Blue And Green” fallen die Streicherarrangements wie ein dunkler Vorhang über die hellen akustischen Gitarrenklänge, die mit Pianotönen in Moll einhergehen. Auf „Don’t Go To Klaksvik“ werden die Streicher mit Jazz- und Blues-Vibes kombiniert, die dylaneske Blues Harp, die ganz besonders auf „Quebec“ zur Geltung kommt, sorgt für eine zusätzliche Klangfarbe, dies gilt auch für die schleppend eingesetzten Besen-Drums. Die volle Bandunterstützung erfährt auch „Northernmost Eva Maria“, wo die Streichinstrumente erst gegen Ende des Songs mitschwingen dürfen. Ganz individuell klingt auch Leif Vollebekks Stimme, die – hin und wieder in hohen Lagen – emotionsgeladen, passioniert und inbrünstig die eigenwilligen Lyrics intoniert.

Für Konzerte hat Vollebekk eine Band mit dem Namen Lily, Rosemary & The Jack Of Hearts zusammengestellt und ist schon vor Basia Bulat, Elliot Brood, Serena Ryder, C.R. Avery und Royal Wood aufgetreten. Mit „Inland“ hat der Kanadier ein überzeugendes Debüt abgeliefert, das neugierig auf Livedarbietungen und den Studio-Nachfolger macht.

Anspieltipps:

  • In The Midst Of Blue And Green
  • Northernmost Eva Maria
  • A Dozen Mares
  • Don’t Go To Klaksvik
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