I Blame Coco - The Constant - Cover
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I Blame Coco The Constant


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Am Ende dieses Albums steht sehr wenig, an das der Hörer sich erinnern kann.

Wenn man die Tochter von einem Musiker wie Sting ist, liegt die Idee, selbst Musik zu veröffentlichen, nicht allzu weit entfernt. Im Falle von I Blame Coco – mit bürgerlichen Namen Eliot Paulina Sumner – führte der Weg mit vier Jahren zur ersten Gitarre, über die ersten Arbeiten an der eigenen Platte mit 15 bis hin zum Debütalbum „The Constant“. Gerade einmal 20 Jahre alt ist die Britin jetzt, arbeitete für die 13 vorliegenden Songs mit Produzent Klas Åhlund zusammen, der auch schon die musikalisch verwandte Robyn („Body Talk“, 2010) produzierte. Eben diese ist dann auch beim Song „Caesar“ dabei, welcher als positives Beispiel schon fast stellvertretend für das Album stehen kann. Mit „The Constant“ habe man an „die bahnbrechenden Soundlandschaften der achtziger Jahre“ anknüpfen wollen, womit offensichtlich elektronisch orientierter Dance-Pop gemeint ist. Wenn Coco dann auch noch The Killers als eine ihrer Lieblingsbands aufzählt, schließt sich der musikalische Kreis um „The Constant“.

Die zwar nicht sonderlich wandelbare, aber immerhin markant-rauchige Stimme der Protagonistin singt gerne über die Liebe, bringt aber auch mal politische Themen in den Songs unter: Im bereits angesprochenen „Caesar“ soll es z.B. um „politische Systeme“ gehen, „um Korruption und Machtmissbrauch“. Bei der Ballade „It's About To Get Worse” werden die beiden Themen sogar vermischt: „Während sie mit dem Titel auf die prekäre Lage in der Welt anspielt, präsentiert sie hier einen düsteren Sound, in dem sie der globalen Krise ihre persönliches Liebesleid gegenüberstellt“. Allzu tiefsinnig wird es auf „The Constant“ also eher nicht. Dafür ist die Musik des Albums aber eigentlich auch gar nicht ausgelegt: Es ist größtenteils braver Electro-Pop vorzufinden, der z.B. an die bereits erwähnten Künstler/innen erinnert, aber auch schon mal ganz gefährlich in Richtung tumben Teenie-Pop schielt („Turn Your Back On Love”).

Songs wie das angenehm düstere Gegenstück „Summer Rain”, das flippige „Playwrite Fate” oder eben das in den Strophen mit einem trockenen Bass aufwartende „Caesar” gleichen diese absoluten Fehltritte halbwegs aus. Letzteres geht jedoch im Einheitsbrei der letzten Stücke beinahe unter. So hinterlässt „The Constant“ einen ziemlich durchmischten Eindruck: Einerseits sind hier ein paar klasse, eingängige Melodien und ein moderner Popsound, doch vieles wirkt bemüht, manchmal sogar peinlich („Turn Your Back On Love“, „Party Bag”) und am Ende steht sehr wenig, an das man sich erinnern könnte.

Anspieltipps:

  • Selfmachine
  • Summer Rain
  • Playwrite Fate
  • Caesar

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