Angelus Apatrida - Clockwork - Cover
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Angelus Apatrida Clockwork


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Riff folgt auf Riff, folgt auf Riff, folgt auf Riff, folgt auf Solo, folgt auf Riff und die erste Minute ist dabei meistens noch nicht um.

Ohne ein Wort von „Clockwork” der spanischen Angelus Apatrida gehört zu haben, stellt sich unterbewusst schon die Frage, ob der Albumtitel nicht zu großkotzig geraten ist. Bei einer schweizerischen Truppe würde ein solcher Name durchaus Sinn machen und auch eine gewisse Selbstironie beherbergen, aber an Guillermo Izquierdo (Gesang, Gitarre), David G. Alvarez (Gitarre), José Izquierdo (Bass) und Victor Valera (Schlagzeug) ist ja nun weder eine derartige Herkunft auszumachen noch etwas Humorvolles am Coverartwork oder sonst wo zu entdecken. Vielleicht ist der 2000 gegründete Thrash-Act doch ein wenig größenwahnsinnig oder gar selbstverliebt?

Die ersten zwei Sekunden von „Blast off“ belehren sofort eines Besseren und die unglaublich versierte Fingerfertigkeit von Alvarez (gefühlte 12 Riffs pro Sekunde) schnalzt gemeinsam mit der kurz darauf in die Magengrube tretenden Bassdrum auf Stufe 10 der Richterskala. Holla die Waldfee! Die Jungs halten in den darauffolgenden Tracks das Tempo, sodass bereits brennendes Menschenfleisch aus den Boxen zu vernehmen ist, denn ohne Nebenwirkungen kann dieses technisch-brutale Massaker keinesfalls vonstatten gehen. Kein Wunder bei Kompositionen, die „The misanthropist“ und „My insanity“ heißen. Doch Angelus Apatrida sind noch lange nicht fertig und schrubben, trommeln und schreien sich ihre schwarze Seele aus dem Leib, dass der erste Durchgang nur mit offenem Mund zu bestehen ist.

Riff folgt auf Riff, folgt auf Riff, folgt auf Riff, folgt auf Solo, folgt auf Riff und die erste Minute ist dabei meistens noch nicht um. Die spanischen Herrschaften wollen der restlichen Welt und ihrem neuen Arbeitgeber Century Media zeigen, was in ihnen steckt und mit „Clockwork“ ist ihnen das dreizehn Mal in technischer Perfektion gelungen. Slayer? Exodus? Megadeth? Alles Kinderkacke! Angelus Apatrida sind „the real deal” und wer das nicht einsehen will kriegt ein Riff direkt in die Fresse. Einziges Problem ist da nur die Halbwertszeit, die mit jedem weiteren Mal bedenklich schnell gegen Null zeigt, aber bei diesem handwerklich eindrucksvollen Thrash-Feuerwerk musste eben jemand (in diesem Fall die gute, alte Abwechslung) auf der Strecke bleiben.

Anspieltipps:

  • Blast Off
  • Into The Storm
  • The Misanthropist
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