William Orbit - Pieces In A Modern Style 2 - Cover
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William Orbit Pieces In A Modern Style 2


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 131 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Remix-Alben sind ja immer so eine Sache. Da wird aus beliebiger Musikrichtung Musik für den Dancefloor oder die Chill-Out-Lounge gezaubert. Aber ist gezaubert wirklich das richtige Wort. Wohl eher geschustert. So kunstvoll einige Clubversionen von bekannten Liedern der Neuzeit auch sind, erfährt man zumeist uninspirierte Tracks, die krampfhaft versuchen mit der Hookline des Originals und eingängigen Beats Tänzer und Zuhörer aller Art zu versammeln. Vor solchen Neuinterpretationen bleibt niemand verschont und genau wie im Filmgeschäft reichen die Remakes nur selten an das Original heran. Zu oberflächlich sind die Ideen umgesetzt worden, zu platt wird das Hauptmotiv verwendet. Diese Probleme geben sich parallel die Klinke in die Hand und finden sich in jeder Form der musischen Künste.

William Orbit wird weltweit als Produzent und Klanglandschaftsarchitekt anerkannt und bewundert. Schon vor zehn Jahren gab er seiner Liebe zur klassischen Musik in Form von „Pieces In A Modern Style“ wieder. Der Mann, der sonst für Madonna zuständig ist, gibt sich plötzlich Bach hin. Verrückt? Nicht unbedingt. Schon viele moderne Musik haben öffentlich ihre Liebe zur orchestralen und klassischen oder barocken Musik kundgetan, aber nur wenige sind in der Lage, solche Stücke auch nur annähernd zu entwerfen und zu schreiben. William Orbit versucht erst gar nicht, die heiligen Hallen nachzubauen, sondern dekoriert sie einfach neu. Er hüllt die Musik in ein Gewand, das seiner Generation und den Freunden der elektronischen Klänge zusagen soll. So eröffnet er Mozart und Konsorten einer bisher unberührten Generation und weckt vielleicht deren Durst und Interesse an klassischer Musik.

Der gute Gedanke in allen Ehren, zählt am Ende aber nur die Musik. Das Ergebnis, der Fakt, die Hauptkomponente und die sieht alles andere als rosig aus. Zu viel Easy-Listening, zu wenig selbst erschaffte Tiefe in den Kompositionen. Orbit schafft es nicht, die Dynamik und Breite der bekannten Stücke so zu verarbeiten, dass ein Klangerlebnis herauskommt, dass den Originalen das Wasser reichen kann. Die Melodien verkommen zu Samplern, die mäßige bis gute Electro-Musik darstellen. Ob Schwanensee, Aquarium oder Nimrod. Vor Orbit werden sie alle zu ganz gewöhnlichen Klangbildern, die meist auch noch viel zu dezent sind. Ein Hardcore-„Clavier“ wäre wünschenswert gewesen und hätte aufgerüttelt, aber so bleiben Kunst und Provokation aus.

Anspieltipps:

  • Aquarium
  • Nimrod

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