Ion Dissonance - Cursed - Cover
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Ion Dissonance Cursed


  • Label: Basick/INDIGO
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn es darum geht die abgedrehteste, zerstörerischste und unkontrollierbarste Band auf dem Planeten zu finden, die dem Hörer in jeder Sekunde voller Hass sinnbildlich für ihre Musik ins Gesicht spuckt und aus vollem Lauf in die Eier tritt, dann ist man mit Ion Dissonance schon ziemlich gut beraten. Auf ihrem vierten, musikalischen Extremsportbeitrag „Cursed“ stehen die Zeichen für Kevin McCaughey (Gesang), Antoine Lussier (Gitarre), Sebastien Chaput (Gitarre), Xavier St-Laurent (Bass) und Jean Francois Richard (Schlagzeug) erneut auf Sturm und so fegt binnen kürzester Zeit ein progressiv-vertracktes Mathcoreinferno durch die Boxen, das vor nichts und niemandem Halt macht.

Bevor allerdings Geschrei laut wird, die Jungs aus Kanada würden sich nur wiederholen und die anstrengende Techniksause mache nur suizidgefährdeten Komapatienten richtig Spaß, bearbeiten Ion Dissonance die geneigte Hörerschaft anfänglich mit einem 3-Stufen Programm, in dem sie potentiellen Opfern ihrer handwerklichen und strukturell-destruktiven Gustostückerl zuallererst das verführerische Instrumental „Cursed“ unter die Nase reiben und wenn die Falle „Erwartungshaltung“ zugeschnappt hat, wird das Individuum vor den Lautsprechern gefesselt, das Gesicht mit rasiermesserscharfen Riffs zerschnitten („You people are messed up“) und letzten Endes Blastbeats so lange in die Magengrube gedroschen, bis der angestrebte Pegel an Gefügigkeit erreicht ist („The more things change, the more they stay the same“), der unablässig nach mehr verlangt.

Gemäß dem Motto ihres Debüts „Breathing is irrelevant“ (09/2003) gönnen sich Ion Dissonance in weiterer Folge keine Verschnaufpause, hacken alles unentwegt mit dissonanter Ausrichtung in kleine Stücke, treten dabei wild um sich und streuen gelegentliche Grooves bei, die das hässliche Schlachtfest mitunter an Meshuggah erinnern lassen („This is considered mere formality“). Wer dann nach knapp 40 Minuten brutalstem Geprügel noch nicht weich in der Birne ist, darf in „They´ll never know“ andächtig über fünf Minuten wirren Sound- und Spoken Word-Schnipseln lauschen, bis „Pallor“ die Arme ausstreckt und versöhnlich zum tempogedrosselten Ende bittet. Nun das Fazit zum Mitschreiben: Masochisten kaufen die Scheibe und erquicken sich an den darauf enthaltenen, genialen Gräueltaten für Körper und Geist, Sadisten spielen „Cursed“ hingegen ihrer Katze vor. Noch Fragen?

Anspieltipps:

  • Pallor
  • This Feels Like The End
  • This Is Considered Mere Formality
  • We Like To Call This One...Fuck Off
  • The More Things Change, The More They Stay The Same
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