Enrique Iglesias - Euphoria  - Cover
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Enrique Iglesias Euphoria


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Irgendwie mag man es noch immer nicht so richtig wahrhaben, dass Enrique Iglesias in den nunmehr 15 Jahren seiner Karriere auf mehr als 55 Millionen verkaufte Tonträger in der ganzen Welt kommt. Denn dazu sind Iglesias‘ Hits bei uns, im Gegensatz zu den USA, wo der 34-Jährige den Rekord mit 19 Nummer-Eins-Singles in den lateinamerikanischen Billboard-Charts hält, noch nicht mit 100%iger Nachhaltigkeit durchgeschlagen, obwohl der Sänger auch hierzulande gute Verkaufszahlen und hohe Chartplatzierungen vorweisen kann.

Mit „Euphoria“ legt der gebürtige Madrilene nun sein neues Studioalbum vor, nachdem es vier Jahre mehr oder weniger still um ihn war. Lediglich ein Greatest-Hits-Album erschien vor zwei Jahren als Lebenszeichen und Nachfolger des 2006er Albums „Imsoniac“. Auf der faulen Haut lag der Legensgefährte von Ex-Tennisstarlet Anna Kournikova allerdings nicht. Für sein aktuelles Werk hat sich der 34-Jährige bewusst Zeit gelassen, um Ideen zu sammeln und frische Einflüsse aufzusaugen, sprich: zu schauen, was sich in den letzten Jahren in der Popmusik getan hat und was er davon für sich verwenden kann – auch in Form von Gastbeiträgen.

Bei einem Künstler, der allein in den USA mehr als 12 Millionen CDs verkauft hat, sind namhafte Kollaborateure nicht weit. Es sollte für Enrique Iglesias also nicht schwer gewesen sein, seine Wunschpartner zu finden. Und so ist bei der extrem tanzbaren Single „I like it“ der Newcomer Pitbull mit an Bord, um gemeinsam mit dem in Miami lebenden Iglesias über die Hookline von Lionel Richies Klassikers „All night long“ (die vom Meister selbst neu eingesungen wurde!) zu rappen. Weiterhin trägt Hitgarant Akon mit seinem markanten Style zum Album bei („One day at a time“ ist eine sommerliche Raggae-Ballade), Pussycat Doll Nicole Scherzinger schmachtet mit Iglesias im Midtempo-Dance-Track „Heartbeat“ um die Wette und R&B-Ikone Usher gibt gekonnt den „Dirty dancer“.

Kulturelles Heimatflair verbreiten – wenn man so will – das puerto-ricanische Duo Wisin & Yandel („No me digas que no“) sowie der dominikanische Superstar Juan Luis Guerra („Cuando me enamoro“). Diese Tracks, wenn Iglesias in seiner Heimatsprache singt, funktionieren am besten. Sie sind authentischer als die arg bemühten Dance Tracks mit Pitbull, Akon und Nicole Scherzinger, die nicht über eine durchschnittliche Performance hinauskommen und deshalb arg enttäuschen.

Für all das stand der mächtig angesagte RedOne (u.a. Lady Gaga, Mika, Cassie) als Produzent im Studio, der Iglesias eine Mischung aus R&B-, Reggae-, Latin- und Pop-Elementen auf den Leib schneiderte, die nur bedingt funktioniert. Die Dance Tracks sind – wie gesagt – maximal mittelmäßig und die Latin-Pop-Stücke fallen in der Regel extrem seicht aus und verbreiten noch nicht einmal Urlaubsfeeling, mit dem bei so manchem schwachen Sommeralbum die Mittel geheiligt werden. So gehen einem die leichtfüßigen Hits, die nicht nur in die Beine, sondern auch ins Ohr gehen sollen, diesmal fast vollkommen ab und die Balladen sind trauriger denn je. Warum das Ganze dann auf den Titel „Euphoria“ hören muss, bleibt ein Rätsel, so wie das ganze Album eine rätselhaft uninspirierte Angelegenheit geworden ist.

Anspieltipps:

  • Dile que
  • Why not me?
  • Dirty dancer
  • No me digas que no
  • Cuando me enamoro

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