Jesus On Extasy - No Gods - Cover
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Jesus On Extasy No Gods


  • Label: Drakkar/Sony Music
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie aus dem Nichts tauchten Jesus On Extasy auf, kombinierten schamlos Glam-Rock, Industrial- und Gothic-Attitüde und landeten mit „Assassinate Me“ einen Smash Hit. Auch das zweite Album „Beloved Enemy“ war zwar von der musikalischen Qualität her ein echter Knaller, krankte allerdings an der merkwürdigen Produktion. Nun also das viel zitierte dritte Album, von dem man klassischerweise sagt: „make it or break it“. Und die Vorzeichen sehen in der Tat günstig aus: mit Charisma, unverbrauchten Songideen und einer stetig wachsenden Fangemeinde im Rücken könnte es für Jesus On Extasy bald mächtig Aufwind geben.

Doch der Opener des neuen Albums „No Gods“ sorgt erst einmal für ratlose Blicke. „Revenge“ ballert hart, sperrig und verhältnismäßig unmelodiös aus den Boxen. Sind das noch die gleichen Jesus On Extasy, deren Markenzeichen auf dem ersten Album eher hymnische Melodiebögen und Synthi-Klänge als harte Gitarrenklänge waren? Sie sind es, wie der Titeltrack „No Gods“ und das darauf folgende „Beauty In Your Eyes“ beweisen, doch der gesteigerte Härtegrad, der bereits „Beloved Enemy“ deutlich anzumerken war, zieht sich durch die gesamte Scheibe. Die Gitarren riffen wie nie zuvor, die Drums klingen endlich wirklich nach Rock und Sänger Dorian entdeckt seine Eigenständigkeit. Mal schreiend („Riot“), mal singend („Transitoriness“) präsentiert er sich so vielseitig wie nie zuvor und ist erstmals weit davon entfernt nur als guter Ville-Valo-Klon durchzugehen.

Das alles ergibt ein Album, dem man nicht weniger als eine unbedingte Kaufempfehlung bescheinigen kann. Zwischen die zahlreichen Hits haben sich nur wenige Füllnummern geschlichen („Intoxicated“, „Shelter Me“) und allgemein kann man sich trotz der gestiegenen Härte kaum über fehlende Abwechslung beklagen. Letztendlich ist von der Pogo-Nummer „Riot“ bis zur gefühlvollen Ballade („Tonight“) am Ende nicht nur für beinharte Gothic-Rock-Fans etwas dabei.

Allein die teils doch etwas platten Texte mögen nicht jedermanns Sache sein. Mal pseudo-politisch („This is for those who think, that we live in a democratic country“ – „Riot“) und noch häufiger nur hart an der Emo-Schmerzgrenze vorbeischrammend („I wanna feel that I’m alive, I wanna feel that I’m not dead““) liegen die Stärken der Formation doch ganz klar im musikalischen Bereich.

Anspieltipps:

  • No Gods
  • Riot
  • Nonight

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