Glen Matlock & The Philistines - Born Running - Cover
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Glen Matlock & The Philistines Born Running


  • Label: Peppermint Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Engländer Glen Matlock (54) gehört zu den Gründungsmitgliedern der Rabauken-Punkrockband Sex Pistols, in der Matlock bis zu seinem Rausschmiss im Februar 1977 Bass spielte und die einzigen Hitsingles der Band schrieb („Anarchy in the U.K.“, „God Save the Queen“, „Pretty vacant“). Angeblich führten Querelen mit Sex-Pistols-Enfant-Terrible John Lydon zum Ende Matlocks bei den durchgedrehten Punks, der seitdem solo bzw. mit der Gruppe The Philistines unterwegs ist. Eben jene legt mit „Born Running“ dieser Tage ein neues Album mit 12 Songs vor.

Neben Glen Matlock waren nur Jim Lowe, der Keyboards und Gitarre spielt und das Album produzierte sowie Drummer Javier Weyler (Stereophonics) an allen Tracks beteiligt. Darüber hinaus ist bei drei Songs der am 24. Mai 2010 verstorbene Gitarrist Stephen New (u.a. Rich Kids) zu hören, James Stevenson bedient zweimal die Gitarre, Jon Tiven leiht einem Song sein Gitarrenspiel und Terry Edwards ist einmal am Piano zu hören. Zu einer sogenannten Allstar-Combo reicht dies zwar nicht, aber dies muss ja auch nicht von Vorteil sein, wie die Musik-Geschichtsbücher lehren.

Der Pressewaschzettel verrät uns, dass Glen Matlock auch mit über 50 Jahren gute und unpeinliche Rockmusik macht. Das stimmt durchaus. Matlock hat seine Punkrockphase weit hinter sich gelassen und widmet sich inzwischen sattem Songwriter-Rock im Stil eines Joe Grushecky, dem „kleinen“ Bruce Springsteen aus Pittsburgh, Pennsylvania, der in seiner Karriere immer in der zweiten oder dritten Reihe stand, weil seine Songs in der Regel „gut“ sind, aber eben nie so herausragend bzw. spektakulär wie die von Bruce „The Boss“ Springsteen.

Ähnliches darf man auch von Glen Matlock erwarten: Der 54-Jährige kredenzt uns ein Dutzend ganz nette erwachsene Rocksongs auf, die vollkommen unspektakulär und frei von jeglichen Überraschungen aus den Boxen sprudeln. Handwerklich schlecht ist das freilich nicht, doch einen freiwilligen Kaufanreiz bewirken kann sein Oeuvre auch nicht. Dazu ist es viel zu durchschnittlich und bieder. Und das bei einem ehemaligen Mitglied der Sex Pistols. Merkwürdig.

Anspieltipps:

  • Electricity
  • Way to go
  • Something tells me
  • Somewhere somehow

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