Royal Republic - We Are The Royal - Cover
Große Ansicht

Royal Republic We Are The Royal


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 35 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Like the first time you try to grab your girlfriends titties“.

Fetziger Rock, der einem mitten ins Gesicht springt und dabei trotzdem verführerisch bleibt, kann eigentlich nur aus Schweden kommen. Der Pressetext bestätigt zudem „Einige Bands benötigen eine gewisse Zeit, bis sie sich im Bewusstsein der Zuhörerschaft festsetzen. Andere hingegen treten die Tür mit einem so mächtigen Knall auf, dass man sie kaum wieder vergessen wird“ und streut damit unbewusst Salz in die durch Royal Republics wuchtiges Debüt verursachte Wunde, denn ohne jeden Zweifel stoßen Adam Grahn (Gesang), Hannes Irengard (Gitarre), Jonas Almen (Bass) und Per Andreasson (Schlagzeug) mit „We are the royal“ einige Türen auf, müssen aber aufpassen, dass ihre ungestüme Art nicht alle wieder zuschlagen lässt.

„Unsere musikalischen Backgrounds sind tatsächlich enorm vielschichtig: Es geht wahrscheinlich bei den Hives oder Danko Jones los, erstreckt sich dann weiter über ein bisschen Metallica, bis hin zu Bob Dylan, Norah Jones und sogar Filmmusik oder Klassik und vielleicht sogar noch ein wenig von dem absolut tödlichsten Black Metal, den man sich überhaupt vorstellen kann.“ erklärt Sänger Grahn mit einem Augenzwinkern und zäumt mit seiner Band, einem unterschriebenem Vertrag mit dem Label On Fire Records, welches sich im Vertrieb von Major Warner Music befindet, einem Lautstärkeregler, der bis zum Anschlag aufgedreht ist und gelegentlich schlüpfrig-anzüglichen Texten das Feld der Mando Diaos, Franz Ferdinands, The (International) Noise Conspiracys, Little Man Tates und Arctic Monkeys von hinten auf.

Auf halbem Weg haben sich die Vier aber scheinbar dazu entschieden lieber Party zu machen („Good to be bad“, „Full steam spacemachine“, „OIOIOI“), scharfe Bräute in der Disko anzusprechen („President´s daughter“, „Cry baby cry“, „Underwear“) und einfach mal die Sau raus zu lassen („Walking down the line“, „Tommy-Gun“, „The end“) anstatt den Retro-/Indierock-Thron an sich zu reißen. „We are the royal“ punktet nämlich mit hoher Durchschlagskraft und packenden Riffs, für bleibende Schäden reicht der munter-aufgeweckte Scheiß drauf-Raodtrip jedoch nicht, sodass Royal Republics Erstling zwar ein Füllhorn an tanzbaren Rock´n´Roll-Melodien geworden ist, den versprochenen Kick „like the first time you try to grab your girlfriends titties“ liefern die Schweden allerdings (noch) nicht.

Anspieltipps:

  • Underwear
  • Tommy-Gun
  • Good To Be Bad
  • Full Steam Spacemachine
Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „Royal Republic“
comments powered by Disqus