Devil Sold His Soul - Blessed & Cursed - Cover
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Devil Sold His Soul Blessed & Cursed


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 64 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sie schleichen sich von hinten an und schnüren einem die Kehle zu, tauchen ab in sehnsuchtsvolle Gewässer und peitschen mit Melancholie auf das ahnungslose Individuum vor den Lautsprechern. Devil Sold His Soul aus London, welche der Asche von Mahumodo entstiegen sind, wollen die Herrschaft der Post Metal/Hardcore/Rock-Szene an sich reißen und zu diesem Zweck haben sie dir ein teuflisches Angebot zu machen: Ihre neue Platte „Blessed & cursed“. Nun gut, neu wäre ein wenig übertrieben, schließlich brodelt es bei Ed Gibbs (Gesang), Jonny Renshaw (Gitarre), Rick Chapple (Gitarre), Iain Trotter (Bass), Paul Kitney (Samples) und Leks Wood (Schlagzeug) schon seit der 2005er EP „Darkness prevails“ und dem Indie-Debüt „A fragile hope“ (06/2007) massiv im Proberaum und die Zutaten für den zweiten Output mussten nur mehr verfeinert werden, sodass „Blessed & cursed“ fast schon mehr einer logischen Konsequenz gleicht denn einem Studioalbum, das erforscht, gefühlt und einfach gehört werden will.

Die Selbsterkenntnis „Wir haben uns mit jedem Schritt weiterentwickelt, jedes Album tritt dem vorigen gehörig in den Hintern“ und dessen Schlussfolgerung „Wenn du Dinge nicht verbessern kannst, dann hast du versagt“ gipfeln in einer mitreißenden, packenden und vor Atmosphäre und Emotionen berstenden Darbietung, die ansonsten nur ausgewiesene Genre-Fachkräfte wie Isis, Mogwai, Cult Of Luna, Pelican oder Neurosis zu bewerkstelligen wissen. Im Gegensatz zu diesen Bands suchen Devil Sold His Soul ihren heiligen Gral allerdings nicht im kaskadenartigen Aufeinandertürmen von Klangebenen oder den zähflüssigen Stimmungsebenen ihrer Sludge- und Doom-Triebfeder, sondern generieren vorrangig deftige Hardcore-Ausflüge, die von eben jenen Elementen heimgesucht, übermannt oder mitgerissen werden. Nicht selten springt eine Wall Of Sound aus dem Dunkel hervor, lässt eine massive Eruption folgen und zieht sich wieder in ihre Höhle zurück um den bissig-fauchenden Vocals von Gibbs den Raum zu geben, den sie um sich schlagend beanspruchen.

Sich in „Blessed & cursed“ zu verlieren fällt daher extrem leicht, selbst wenn die Atmosphäre anfangs oft unwirtlich und rau wie Eryn Non Daes exemplarische „Hydra lernaia“ (06/2009) ihre Fühler ausstreckt, so gibt es doch ausreichend verführerische Aspekte, die den Hörer in die Welt von Devil Sold His Soul versinken und die Schlinge immer weiter zuziehen lassen. Dabei geht es gar nicht darum das Rad neu erfunden oder einen gänzlich anderen Zugang zu melancholischen Post Hardcore-Geflechten gefunden zu haben, aber die angebotene, schwindelerregende Achterbahnfahrt aus permanenter Ad- und Kohäsion der einzelnen Teile ist einfach zu verlockend um „Nein“ zu sagen.

Anspieltipps:

  • Frozen
  • A Foreboding Sky
  • Drowning / Sinking
  • An Ocean Of Lights

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