Travie McCoy - Lazarus - Cover
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Travie McCoy Lazarus


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Travis „Travie“ McCoy ist seit 2001 Frontmann der New Yorker Band Gym Class Heroes, die auf ihren bisherigen vier Alben sehr gekonnt HipHop und Rockmusik miteinander kombinierten, ohne dass auch nur ansatzweise jemand an den alten, stinkenden Fisch namens „Rap-Rock“ denken musste. Das ist ungewöhnlich und lobenswert. Doch anstatt das nächste Album nachzuschieben, will uns Travie McCoy erst einmal beweisen, dass er es auch ohne seine Bandkumpels drauf hat. Und so legt der ganzkörpertätowierte Hüne mit „Lazarus“ ein Album vor, das in seiner Machart auch von den Gym Class Heroes sein könnte.

Das unter der Oberaufsicht von Pete Wentz (Fall Out Boy) eingespielte Werk kann mit Josh Abraham (Velvet Revolver, 30 Seconds To Mars), Lucas Secon (Sean Kingston, The Pussycat Dolls), Evan Bogart (Beyoncé, Adam Lambert), The Smeezingtons (Flo Rida, B.O.B.), Detail (Lady Gaga, Akon) und den Stereotypes (Ne-Yo, Mary J. Blige) eine breite Schar an Produzenten aus den unterschiedlichsten Bereichen aufweisen. Und auch die musikalische Gästeliste ist weit ausschweifend. Da komponiert und spielt Limp-Bizkit-Gitarrist Wes Borland den Track „Superbad (11:34)“, Cee Lo Green (Gnarls Barkley) ist in „Dr. Feelgood“ zu hören, „The manuel“ wird mit Rapps von T-Pain und Young Cash aufgepeppt und Peter Hernandez alias Bruno Mars schrieb Travie McCoy den Hit-Song „Billionaire“ auf den Leib.

Ohne es zu hören merkt man, dass es bei Herrn McCoy kunterbunt durcheinander geht. Allerdings verliert der 29-Jährige nie sein Zielt aus den Augen. Mit Übersicht und einem Gespür für zündende Songs behält er den Überblick und zurrt das Bündel aus zehn Songs zu einer kompakten Spiel- und Spaßveranstaltung zusammen. Dabei greift „We’ll be alright“ die Melodie des Supergrass-Hits „Alright“ aus dem Jahr 1995 auf und„Dr. Feelgood“ stöckelt schnurstracks in die Tanztempel der 70er Jahre. „Billionaire“ lockt mit Reggaeklängen, „Need you“ mit locker-flockigen E-Gitarrenlicks und „Akidagain“ greift aus das alte Stilmittel eines Kinderchors zurück.

Damit hat McCoy seiner Band doch noch etwas voraus: So dicht am Mainstream waren die Gym Class Heroes jedenfalls noch nie, wie ihr Frontmann auf seinem Solodebüt. Das kann man nun verteufeln oder einfach als gefälligen Sommer-Soundtrack genießen, der nicht zwingend auf Tiefgang aus ist. So stellt „Lazarus“ ein unterhaltsames Werk mit Elementen aus HipHop, Pop- und Rockmusik dar, das man sich ohne Scham ins Haus holen kann.

Anspieltipps:

  • Need you
  • Akidagain
  • Billionaire
  • Dr. Feelgood

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