Chris De Burgh - Moonfleet & Other Stories - Cover
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Chris De Burgh Moonfleet & Other Stories


  • Label: Starwatch/Sony Music
  • Laufzeit: 72 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Chris De Burgh scheint von Musik die Nase voll zu haben. Zumindest was den konventionellen Sinn von Musik angeht. Er möchte lieber ein richtiges Konzeptalbum auf den Hörer loslassen, als eine bloße Ansammlung von Hits. Ein anspruchsvolle Unterfangen, dass mehr durch Homogenität, als durch einzelne Momente ausgemacht wird. Auf einem Konzeptalbum muss einfach alles stimmen und zu oft erlebt man, wie eine Band zwei oder sogar drei Songs auf eine Platte bringt, die eigentlich nicht ins Konzept passen, jedoch hervorragende Singles abgeben. Das nahezu tadellose Konzept der „Black Parade“ von My Chemical Romance wurde damals auch von unpassend anmutenden „Teenagers“ oder „I Don't Love You“ unterbrochen. Weiß es ein Altmeister wie Chris De Burgh besser?

Der Anfang empfängt einen zunächst im falschen Film. Das ist ja beinahe eine Sinfonie, die den Hörer erwartet und tatsächlich heißt die Eröffnung „The Moonfleet Overture“. Danach offenbart sich Chris De Burgh als waschechter Geschichtenerzähler. Die insgesamt fünf Erzähler-Titel lassen einen in Erinnerungen an Robinson Crusoe und die Schatzinsel versinken, was den folkig und organisch gehaltenen Tracks sehr zugute kommt. In diesen lassen sich repetitive Muster erkennen, die wie in jedem guten Konzeptalbum immer wieder Anwendung finden und die Texte drehen sich um eine gesponnene Geschichte und Blackbird und der Frage, was mit dem Jungen geschehen soll, anstatt dass Liebe, Weltschmerz und Politik das Bild der Texte umgarnen. Hier wird sich ganz der Geschichte von Moonfleet“ hingegeben und das nicht einmal schlecht.

Eine Mischung aus Classic-Rock, wie man ihn von De Burgh erwarten darf ist in jedem Stück vorzufinden, ohne übertrieben pathetisch zu wirken. Natürlich gibt es reichlich Pathos und besonders die Erzähler-Stücke werden nicht jeder Manns Sache sein. Schmachtende Hymnen (z.B. „Go Where Your Heart Believes“ und „Greater Love“) und gutklassige Rocksongs (z.B. „The Light On The Bay“ und „Treasure And Betrayal“) machen zusammen mit folkigen oder sogar an Seemänner erinnernde Stücke („The Escape“) das Bild dieses altmodischen, aber durchgehend stimmigen Klangerlebnisses aus. Dazu gesellen sich noch sechs von der Moonfleet-Story unabhängige Stücke, die Geschichten für sich selbst, also eigentlich einfach nur Lieder sind. Man merkt ihnen die fehlende Spur Seemannsgarn und Theatralik an, was sie jedoch nicht wirklich schlechter macht. Man sollte einfach nur darüber nachdenken, ob man nach „The Moonfleet Finale“ wirklich weiter hören möchte. Der Stimmung zu Liebe möchte man kurz inne halten oder im Bestfall das ganze Märchen gleich nochmal mithören und -singen. Saubere Arbeit Käpt'n.

Anspieltipps:

  • The Storm
  • Go Where Your Heart Believes
  • The Escape

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