Elton John - The Union - Cover
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Elton John The Union


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 63 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein unaufgeregtes Alterswerk, bei dem sich die Protagonisten die Bälle einträchtig zuspielen.

Schaut man sich die kommerzielle Bilanz der letzten drei Studioalben von Elton John an, muss man unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass die ganz großen Zeiten des Engländers vorbei zu sein scheinen. Denn weder „Songs From The West Coast (2001) noch „Peachtree Road” (2004) als auch „The Captain & The Kid” (2006) konnten in den weltweiten Hitparaden überzeugen. Dabei befinden sich die drei Werke fraglos allesamt auf hohem künstlerischen Niveau. Das einzige was fehlte waren Radiohits, was in der Popmusik fatale Folgen haben kann. Doch mit inzwischen 63 Lebensjahren kann Elton John dies eigentlich egal sein. Er muss niemanden mehr etwas beweisen und kann sich – wenn er will – auch abseits kommerzieller Pfade bewegen.

Und dies tut der „Commander of the Order of the British Empire“ mit seinem neuen Duett-Album „The Union” auch, zu dem ihm die Idee während einer Safari in Afrika (!) kam. Eigentlich als Kooperation mit Billy Joel geplant, wurde daraus eine Kollaboration mit dem amerikanischen Multiinstrumentalisten Leon Russel (68), der seit einem halben Jahrhundert als Solo- und Studiomusiker im Musik Biz tätig ist (Russel spielte z.B. bereits mit 17 Jahren in der Band von Jerry Lee Lewis) und von Sir Elton John als sein größtes Vorbild genannt wird.

Zusammen mit Produzent T-Bone Burnett (u.a. Robert Plant & Alison Krauss, John Mellencamp, Bruce Cockburn, Counting Crows) haben Russel und John ein Album mit selbst komponierten Songs aus den Bereichen Rhythm & Blues („Monkey suit“), Country & Western („Jimmie Rodgers’ dream“) und Gospel („There’s no tomorrow“) aufgenommen. Die 14 traditionell klingenden Songs wurden komplett live eingespielt und können illustre Gäste wie Neil Young („Gone to Shiloh”), Brian Wilson („When love is dying”) und Don Was („Hearts have turned to stone”) vorweisen.

Das Ergebnis ist ein unaufgeregtes Alterswerk, bei dem sich die Protagonisten die Bälle einträchtig zuspielen und eine hohe Songschreiberqualität auch dann stets vorhanden ist, wenn die Tracks nicht auf Anhieb zünden wollen, weil die Herren lieber subtilere Songstrukturen ausprobieren, die meistens auf das Konto von Leon Russel gehen („If it wasn’t for bad“). Dagegen hört man aber auch sofort heraus, wenn Elton John und sein Langzeitkollege Bernie Taupin als Komponisten/Texter-Duo am Werk waren („Eight hundred Dollar shoes“). Emotionale Höhepunkte sind dabei die Dreifachduette mit Neil Young in „Gone Shiloh“ und Brian Wilson in „When love is dying“, gekoppelt mit der Erkenntnis, dass man Elton John den Balladenonkel wohl nicht mehr austreiben wird. Aber solange seine Balladen so klingen wie auf „The Union“, lässt sich damit leben.

Anspieltipps:

  • Hey Ahab
  • Monkey suit
  • Gone to Shiloh
  • When love is dying
  • The best part of the day

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