Akrea - Lügenkabinett - Cover
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Akrea Lügenkabinett


  • Label: Drakkar/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein ungewöhnlicher Beitrag für Death-Metal-Verhältnisse.

Akrea aus der Oberpfalz ist eine Melodic-Death-Metal-Band mit eher ungewöhnlichen deutschen Texten, die nichts mit den genreüblichen Inhalten über Mord, Todschlag und Krieg zu tun haben. Das zeigt sich auch in der Optik ihrer Albumcover, die Totenköpfe, Panzer, Blut und Monster aus dem Weltraum vermeiden. Dass das Cover zu Akreas zweitem Album „Lügenkabinett“ (der Nachfolger zum 2009er Debüt „Lebenslinie“) bezogen auf das Genre völlig irreführend ist, nimmt die Band dabei billigend in Kauf.

„Lügenkabinett“ wurde wie schon der Vorgänger von Victor Bullok (Gitarrist von Dark Fortress, Triptykon und früher auch Celtic Frost) im Sommer 2010 in den Landshuter Woodshed Studios aufgenommen und produziert. Das hat einen satten Sound zur Folge, der für ein amtlich ballerndes Metal-Album unabdingbar ist. Zudem steht die Betonung im Akrea-Sound eindeutig auf „Melodic“, wodurch insbesondere die deutschen Texte besser zur Geltung kommen.

Dessen ungeachtet wird die meiste Zeit leidenschaftlich gegrunzt („Wilde Flut“, „Bühne frei“) und in der Rhythmusabteilung mächtig Gas gegeben („Auf Los geht’s los“). Doch um ein blitzsauberes Gitarrensolo („Auf leisen Sohlen“), einen fast schon balladesken Titel wie „Versprochen ist versprochen“ und einen melancholischen Instrumentalsong wie „Zwischen den Welten“ sind Sebastian Panzer (Gesang), Fabian Panzer (Gitarre), Stephan Schafferhans (Gitarre), Christian Simmerl (Bass) und Jonas Nelhiebel (Drums) nie verlegen.

Damit legen Akrea einen ungewöhnlichen Beitrag für Death-Metal-Verhältnisse vor, der in der Szene sicher auf geteilte Meinungen stoßen wird. Bandlogo, Covergestaltung und deutsche Texte stehen nämlich in dem Verdacht, die Coolness-Anforderung des Genres mit Karacho zu verfehlen. Da nützt den Oberpfälzern auch ihr sehr solides Songwriting nicht viel, wenn der Szene das Ganze nicht „true“ genug ist.

Anspieltipps:

  • Wilde Flut
  • Auf leisen Sohlen
  • Auf Los geht’s los

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