Vamps - Beast - Cover
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Vamps Beast


  • Label: Gan Shin/Rough Trade
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Gegründet 2008, mag man glauben, dass man mit der japanischen Band Vamps auf Anfänger im Musikbiz trifft. Wer allerdings einen näheren Blick auf die Bandgründer wirft, wird deutlich überrascht sein. Hyde (L'arc en ciel, Solokünstler, Schauspieler) und K.A.Z. (Oblivion Dust) sind keine unbeschriebenen Blätter der dortigen Musikszene. Auch am Bass konnten die beiden ein ganz besonderes Juwel Japans gewinnen - Ju-ken (GacktJob, Anna Tsuchiya), einen der in Japan derzeit gefragtesten Bassisten des Landes. Mit „Beast“ liegt nun nach Vamps (2009) der zweite Silberling der Band vor.

Nach kurzem Intro, das den Hörer mit einer Art Maschinenstart begrüßt, wird in „Plug in“ schnell das Programm des Albums deutlich: gepflegte Rockmusik, die zum mitwippen und tanzen anregt. Dabei erinnern sie teilweise an Nirvana („Plug in“), teilweise auch an aktuelle amerikanische Alternativebands („Angel trip“). Ideal also auch für das westliche Ohr, dass so oft bei japanischer Musik nicht so Recht weiß, ob es denn nun gefallen soll oder nicht. Den besonderen japanischen Flair schaffen es sich die Jungs trotzdem zu erhalten. Die Songs sind nicht nur auf Englisch, immer wieder erkennt man bei genauerem Hinhören japanische Lyrics („Memories“).

Entgegen vieler amerikanischer Alben präsentiert sich VAMPS auch in einer musikalisch sehr ausgewogenen Mischung. Mal eher mit härteren Klängen („Euphoria“), mal fast schon grundge-punkig anmutend („Vamp Addiction“), mal sanft und ruhig („Piano Duet“) - auf diesem Album ist für jede Laune und Lebenslage etwas dabei. Besonders zu erwähnen ist natürlich auch Hyde's einzigartige Stimme, die entgegen vieler seiner Kollegen eher tief und für das westliche Ohr wirklich männlich klingt. Die Gesangslinien passen sich ideal ins Gesamtbild, haben eine gewisse Rauheit ohne dass es aufgesetzt oder kaputt klingt. Auf der anderen Seite hört man immer wieder Momente einer nicht unbeachtlichen Kopfstimme („Revolution“) und kann sich gerade in den langsameren Songs von Sanftheit und Gefühl mitreißen lassen („The past“).

Insgesamt ein wirklich lohnenswertes Album einer japanischen Band, die man sich so auch mühelos in europäischen Charts und im europäischen Radio vorstellen könnte. Schade, dass sie während ihrer Welttournee im Oktober nur Paris und Barcelona beehren werden.

Anspieltipps:

  • Revolution
  • Piano Duet
  • My First Last

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