Emily Osment - Fight Or Flight - Cover
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Emily Osment Fight Or Flight


  • Label: Wind-Up/EMI
  • Laufzeit: 35 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

In der weltweit erfolgreichen Disney-Fernsehserie „Hannah Montana” verkörperten sie von 2006 bis 2010 in vier Staffeln ein dynamisches Teenager-Duo, das ein Doppelleben zwischen kleinbürgerlicher Familienidylle und aufregender Glitzerwelt als Popstars führte: Miley Cyrus (17) alias Schülerin „Miley Ray Stewart“ und Pop-Sängerin „Hannah Montana“ sowie Emily Osment (18) alias Milyes beste Freundin „Lilly Truscott“ bzw. „Lola Luftnagle“.

Miley Cyrus wurde durch „Hannah Montana“ zum wohl reichsten Teenager der Welt. Sie spielte bereits in diversen Kinofilmen mit (u.a. „Mit Dir an meiner Seite“) und brachte zwei Soloalben sowie eine EP heraus. Bei Emily Osment verläuft die Karriere etwas verhaltener, obwohl auch sie schwer aktiv ist. Neben der Schauspielerei macht Emily nämlich auch Musik. Neben vereinzelten Songs auf Samplern erschien im Oktober 2009 ihre erst EP „All The Right Wrongs“, mit der sie in durchaus rockigen Fahrwassern unterwegs war und zeigen konnte, dass sie Mily Cyrus stimmlich nicht viel nachsteht.

Der erste Longplayer ließ dann noch mal ein Jahr auf sich warten, steht nun aber unter dem Namen „Fight Or Flight“ in den Läden und man merkt gleich, warum eine so lange Zeit zwischen den beiden Veröffentlichungen ins Land gezogen ist. „Fight Or Flight“ sollte kein Schnellschuss werden. Deshalb mussten Songwriter her, die bereits bewiesen haben, wie man einen Hit schreibt, weshalb sich in den Credits Namen wie David Gamson (Adam Lambert, Ke$ha), Adam Schlesinger (Katy Perry, New Found Glory, Motion City Soundtrack) und Toby Gad (Alicia Keys, Beyoncé, Fergie) finden, die einen modernen Mix aus tanzbaren Popsongs mit dezenten Rockeinlagen kreieren sollten. Produziert hat das Ganze der Engländer Nellee Hooper (Gwen Stefanie, U2, Björk, Madonna), der für seinen speziellen Sound bekannt ist.

Wer die „All The Right Wrongs“-EP kennt, dürfte von dem Ergebnis einigermaßen überrascht sein. Und vermutlich wird dem einen oder anderen erstmal der Schrecken in die Glieder fahren, wenn im Opener „Lovesick“ pumpende Beats den Weg in Richtung Dancefloor weisen und auch die folgenden Songs keine Anstalten machen, von dort zu verschwinden. Es darf und soll also getanzt und gefeiert werden. Und zwar zu einer Songmischung, die wir stilistischen von den aktuellen Alben von Ke$ha, Selena Gomez und Katy Perry kennen. Das klingt nicht gerade beruhigend – und ist am Ende leider eine ziemliche Farce.

Mit plumpen Songs wie „Lovesick“, „Let’s be friends“ oder „Double talk“ wird dem Hörer eine vermeintlich angesagte Dance-Pop-Mischung präsentiert, die mit Emily Osments ersten Gehversuchen als Sängerin nichts mehr zu tun hat. Vielleicht ist dieser Sound ja die neue Leidenschaft der 18-Jährigen, es könnte aber auch sein, dass hier von Labelseite etwas indoktriniert wurde, um kommerziell bessere Chancen zu haben. Mit dem Einstieg auf Platz 170 der US Billboard Charts ist dieser Plan vorerst grandios gescheitert.

Anspieltipps:

  • Marisol
  • The cycle
  • Truth or dare
  • All the boys want

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