Christina Stürmer - Nahaufnahme - Cover
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Christina Stürmer Nahaufnahme


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Es mag nicht verwerflich sein, sich selbst zu kopieren, wenn die Qualität stimmt.

Seit fünf Jahren darf sich Christina Stürmer aus Österreich richtiggehend erfolgreich nennen. Die heute 28-Jährige reihte sich während dieser Zeit in die illustre Riege der erfolgreichsten Künstler Österreichs ein und legt nun ihr neues Studioalbum vor. Dabei vertraut sie wieder fremden Songwritern wie ihrem Lebensgefährten und Gitarristen Oliver Varga, Simon Triebel (Gitarrist der Band Juli) und Justin Balk (Cucumber Men), die, neben einigen anderen, zwölf neue Songs für sie komponierten.

Mit eingängigen deutschen Texten, natürlicher Ausstrahlung, einer dunklen warmen Stimmfarbe, rockiger Attitüde und gefühlvollen Balladen macht sich Christina Stürmer auch hierzulande einen Namen. Das letzte Album „In dieser Stadt“ strotzte nur so von Pop-Rock-Songs überdurchschnittlicher Qualität, die inklusive emotionaler Balladen sogar die strengen Kritiker überzeugte. Nach dem Hören der neuen Songs macht sich aber etwas Ernüchterung breit: Darf man sich selbst so kopieren oder hat Christina Stürmer sich tatsächlich musikalisch weiterentwickelt? Diese brennenden Fragen möchte man stellen und besonders schwierig scheint die Beantwortung.

Wenn man Songs wie „Wir leben den Moment“ oder „So wie Du bist“ hört, erkennt man den typischen Stürmer-Sound, nur klangen nicht ihren letzten Tracks so ähnlich? Es mag nicht verwerflich sein, sich selbst zu kopieren, wenn die Qualität stimmt, aber so richtig überzeugen kann das nicht. Keine frischen Ideen und/oder nicht die richtigen Songschreiber möchte man feststellen, doch ist das wirklich so einfach?

Die gefühlvollen „Zeitlupe“ oder „Warum“ besitzen durchaus Qualität, haben aber wie einige Songs dieser CD ein Manko: Dieses erst „ganz leise beginnen“ und dann setzt spätestens beim Refrain die Rock-Abteilung ein, kommt eindeutig zu oft vor und wird auch nicht besonders geschickt zelebriert. Außerdem fällt eher negativ auf, dass so richtig sanfte Tracks, bei denen Stürmers Stimme besonders punkten könnte, recht rar gesät sind, höchstens bei „Wenn die Welt untergeht“ ist das der Fall. Vielleicht sollte sich Christina Stürmer endlich selber trauen, eigene Musik zu komponieren, um nicht in einer musikalischen Sackgasse zu landen oder einfach neue Songwriter mit innovativer Feder verpflichten.

Anspieltipps:

  • Zeitlupe
  • Juniherz
  • So wie Du bist

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