Killing Joke - Absolute Dissent - Cover
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Killing Joke Absolute Dissent


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Fernab von seinen Aktivitäten als Klassik-Musiker komponiert Jaz Coleman (Gesang, Keyboard, Arrangements) seit über 30 Jahren Musik über die Schattenseiten des Seins mit seiner Band Killing Joke. Für das neueste Studioalbum „Absolute Dissent“ fand sich erstmals seit 28 Jahren wieder die Originalbesetzung zusammen. Mit Gordie Walker (Gitarre), Martin „Youth“ Glover (Bass) und Paul Ferguson (Schlagzeug) schmeißt der Frontmann dem Hörer gewaltige Songs aus reißenden Metal-Gitarren, unheilvollen Keyboards, knallenden Schlagzeug und apokalyptischen Texten entgegen, die sich einer gewissen Rückwärtsgewandtheit nicht enthalten können. Bei Songtiteln wie „This World Is Hell“ und „Endgame“ braucht man jedenfalls von vornherein keine Momente der Glückseligkeit erwarten und schon der Titeltrack gibt die Marschrichtung des Albums mit seinem mechanischem, mächtigem Industrial-Klang und dem gebrülltem Gesang vor.

Zeitweise sind die Stimmen derartig stark in den Hintergrund gemischt, sodass sie unter den dicken Schichten aus zentnerschweren Gitarren und dichten, erbarmungslosen Keyboard-Sounds zu verschwinden drohen („In Excelsis“), mal wird er durch Effekte verfremdet („European Super State“). Dies unterstreicht die Untergangsstimmung, die Killing Joke mit „Absolute Dissent“ heraufbeschwören. Auf verstörende Weise fräst sich das Album tief in die Gehörkanäle, die Band dringt tief vor, es wird ungemütlich. Umso beeindruckender, bedenkt man, dass alle Bandmitglieder mittlerweile die 50 überschritten haben.

An einem fehlt es dieser sich vorwärts kämpfenden Dampflok ganz sicher nicht: Durchschlagskraft. Doch „Absolute Dissent“ mangelt es etwas an Herz und Abwechslung. Da werden bei „The Raven King“ vielleicht mal die Keyboards mehr in den Vordergrund gemischt, dem Gesang mehr Platz eingeräumt und ein klarer Verweis zum 80er Post-Punk deutlich – ebenso bei „Here Comes the Singularity“ – aus dem bewährten Muster bricht man jedoch nicht wirklich aus. Mit dem Fortschreiten der 65 Minuten hält auch die Monotonie Einzug und man fragt sich zwischenzeitig, ob das alles war. „Absolute Dissent“ ist tatsächlich ein One Way Ticket in klaustrophobische Tiefen voller Aggression, sphärisch und gleichzeitig hämmernd. Die 62 Minuten am Stück durchzuhören, ist gar nicht mal so einfach. Solls wahrscheinlich auch nicht sein.

Anspieltipps:

  • Absolute Dissent
  • The Great Cull
  • The Raven King
  • Here Comes the Singularity

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