Junip - Fields - Cover
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Junip Fields


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

José González. Ein Signum dieser Name. Für sanftmütigen und leisetretenden Folk-Pop. Mit entrückten Coverversionen von Massive Attack oder The Knife wurde der Schwede bekannt und auch gefragt. So sehr, dass seine bereits vor einer Dekade gegründete Band Junip es nur auf zwei EPs brachte, ehe „Veneer“ 2003 den Solokünstler González erst beliebt und anschließend beschäftigt machten.

Er hat seine alten Göteborger Freunde nicht vergessen und legt nun tatsächlich mit Elias Araya und Tobias Winterkorn Junips Album-Debüt vor. Zum Glück. Denn „Fields“ ist ein wunderschönes leises, zart besaitetes Stück Folk-Pop geworden, mit einem kräftigen Einschlag an Einsamkeits- und Düsternisassoziationen, die den windigen Herbstanfängen genau richtig zu Gesicht stehen.

Tobias Winterkorns Moog-Synthies würzen González’ Gitarrenarbeit beständig in hauchdünne 60’s-Psychedelia-Gewände während Elias Arayas Schlagzeugspiel tupfend Hintergrundakzente setzt. González selbst schwebt mit seiner hallend wegproduzierten Stimme traumwandlerisch über Intonierungen der glücklichen Trauer oder traurigen Glücks, je nach Sichtweise. Alles stimmt, passt hier und sitzt an der richtigen Stelle, „Fields“ lotet Variationen innerhalb einfacher Strukturen aus, die diese gewisse zeitlose Schönheit innehat, die entschleunigte und gefühlvolle Musik allenthalben zu erreichen und vermitteln sucht.

„In Every Direction“, „Rope & Summit“, „Always“: Ein besseren Anfang hätte man nicht konstruieren können. Mal die akustische Gitarre, mal die Synthies erspielen sich leisen Schrittes den Vordergrund, mal in einem beständigen, gekonnten Wechselspiel, der staunend macht („Without You“). Keiner der weiteren Songs fällt ab, äußerst homogen präsentiert sich der Longplayer, den man problemlos durchhört und nicht annähernd dabei auf dumme Wegskip-Gedanken einzelner Songs kommt. Trotzdem dürfen das benebelt-entrückte „Sweet & Bitter“, die einzige Up-Tempo-Nummer „Off Point“ sowie das würdige enddramatisierte Finalstück „Tide“ gesonderte Erwähnung finden.

Junips „Fields“ ist ein Leckerbissen der leisen Töne. Komplex und doch einfach. José González ein Meister seines Fachs, mit Band genauso wie gänzlich allein.

Anspieltipps:

  • In Every Direction
  • Always
  • Rope & Summit
  • Sweet & Bitter
  • Without You
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