Get Cape. Wear Cape. Fly - Get Cape.Wear Cape.Fly - Cover
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Get Cape. Wear Cape. Fly Get Cape.Wear Cape.Fly


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Seinen Majorvertrag mit Atlantic Records ist der britische Elektro-Folk-Songwriter Sam Duckworth (24) alias Get Cape. Wear Cape. Fly nach nur zwei Alben schon wieder los, obwohl beide Werke in England jeweils in den Top 30 charteten und viel Kritikerlob einheimsen. Entweder war dies dem Branchenriesen nicht gut genug, oder Duckworth wollte von sich aus eine Luftveränderung. Auf jeden Fall ist der Mann mit dem Händchen für grandiose Melodien inzwischen beim Label Cooking Vinyl (u.a. Art Brut, Black Francis, Grant Lee Phillips, Ocean Colour Scene) gelandet, das sein bedeutungsschwer selbstbetiteltes Drittwerk auf den Markt bringt.

Dem Motto „alles geht, nichts muss“ treu bleibend, präsentiert Sam Duckworth auch auf seiner neuen Platte eine große Wundertüte aus verschiedenen Musikstilen, die er wie selbstverständlich miteinander kombiniert bzw. aneinanderreiht. Im Unterschied zu manch anderen Künstlern, die aus dieser Vorlage nicht mehr und nicht weniger als einen unhörbaren Mischmasch kreieren würden, behält Sam Duckworth den Überblick und setzt die Puzzleteile versiert zusammen.

Das Ergebnis ist wie immer Popmusik auf hohem Niveau, wobei der Hörer im Opener „Hand me downs“ ganz schön auf die falsche Fährte geschickt wird, denn es ist lediglich Ducksworth’ Stimme und eine Akustikgitarre im Stile eines Storyteller-Folksinger zu hören. Dermaßen reduziert geht es tatsächlich nur hier zu. Der Rest verwöhnt mit tollen Ideen und großer Kreativität. So verknüpft „Collapsing cities“ unwiderstehliche HipHop-Grooves mit Bläsern, Handclaps, Akustikgitarren und Kindergeschrei. Das ansteckend fröhliche „Nightlife“ zerrt den Hörer auf die Tanzfläche, der sich dort aber geschickt anstellen muss, da das Tempo in verschiedenen Breaks gedrosselt und dann wieder hochgezogen wird. Dafür kann im Midtempotrack „All of this is yours“ etwas verschnauft, aber trotzdem gepflegt mit dem Kopf genickt werden.

Ein echtes Groove-Monster ist „All falls down“, während „Where will you stand” eine der schönsten Melodien des Albums (inkl. Lagerfeuerromantik und Mundharmonika) bietet – dicht gefolgt von dem The-Cure-artigen Emopopper „The uprising“. Damit liefert Get Cape. Wear Cape. Fly wiederum ein äußerst ansprechendes Album ab, mit dem der kommerzielle Durchbruch endlich gelingen könnte. Künstlerisch ist Sam Duckworth nämlich schon längst über alle Kritik erhaben.

Anspieltipps:

  • Nightlife
  • The uprising
  • All falls down
  • All of this is yours
  • Where will you stand

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