Valient Thorr - Stranger - Cover
Große Ansicht

Valient Thorr Stranger


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer sich das Musikerleben leicht und locker vorstellt, der hat wohl in den meisten Fällen allein in der Annahme recht, dass die Interpreten Spaß am Job haben. Ein einfacher und stressfreier Job sieht anders aus. Besonders Arbeitstiere wie die Hardrocker Valient Thorr sind ein Aushängeschild für das fordernde Musikerleben. In sieben Jahren bringt nicht jeder fünf Alben heraus und hat im Durchschnitt 250 Gigs im Jahr. So kann man sich allein mit Musik über Wasser halten, aber weniger Arbeitsstunden oder Aufwand als die 50-Stunden-Woche kommen hierbei nicht wirklich herum.

„Stranger“ soll ein weiterer Beweis dafür sein, dass trotz Fließbandarbeit immer noch neue Ideen und viel Herzblut in die Musik investiert werden. Rock, der mitten ins Gesicht schlägt, zu Mosh-Pits einlädt und die Menge zum Toben bringt. So einfach das Rezept, so routiniert die Bewältigung der Aufgabe. Nach sieben Jahren Dauerschuften verstehen die fünf harten Jungs ihr Handwerk. Ihre Spezialität: Drei-Minuten-Granaten. Songs, die diese Länge nicht überschreiten sind mit einer heftigen Leadmelodie ausgestattet, einem sich nicht zu oft wiederholenden Chorus und natürlich einem knackigen Solo. Valient Thorr wollen auch weiterhin nicht den Rock neu erfinden, sondern ihn so zelebrieren, wie sie ihn kennen und lieben gelernt haben. Genau diesem Schema folgen die ersten drei Stücke des neuen Albums und machen dabei keine Gefangenen. So darf kurzweiliger, harter Rock klingen.

Damit es nicht zu eintönig wird, schlagen die Mannen dann eine neue Richtung ein. Zumindest die Songlängen versuchen uns dies weiß zumachen, aber die nächsten drei Stücke lassen neben der Vierminutenmarke auch neue Ideen hinter sich. Ohne große Überraschungen wird demselben Prinzip wie in den ersten Songs gefolgt, was auf Dauer doch ermüdend wirkt. Hier fehlt der gewisse Funke, um den Hörer auf die volle Dauer an das Stück zu fesseln. Der geradlinige Rock, der eben noch so gut zündete, scheint plötzlich uninspiriert und überlang. Komischerweise ist es dann das viel kürzere „Woman in the Woods“, welches Ideen und neue Aspekte einbringt. Hier geht es psychedelisch und verstörend zur Sache und das ganz ohne Effekthascherei.

Das Quintett aus North Carolina geht seinen ganz eigenen Schnörkellosen Weg und nach dem unseligen Trio der zu lang geratenen Tracks geht es endlich wieder zur Sache. Man kann das über schwappende Bier und die schwitzende Masse beinahe riechen, wenn „Vision Quest“ zum Solo ansetzt und „Habituary“ recht einfallslos und vorhersehbar, aber

lebendig das Tempo hoch hält. Besser macht es da der Abschluss „Future Humans“. Hier wird instrumental genug geboten, dass Langeweile gar nicht erst aufkommen möchte. Leider gelingt es nicht in allen Songs die Eintönigkeit mit Spielfreude wettzumachen, was Valient Thorr zu einer soliden Wahl für harte Kerle (und Frauen) macht.

Anspieltipps:

  • Woman In The Woods
  • The Recognition
  • Disappear

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
6.5/10

Snakes & Ladders
  • 2017    
Diskutiere über „Valient Thorr“
comments powered by Disqus