System Divide - The Conscious Sedation - Cover
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System Divide The Conscious Sedation


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Multikulturelle Zusammenkünfte hatten schon immer das Potential, explosive Früchte zu tragen, erst recht wenn es dabei um Metal geht. So auch bei System Divide, 2008 gegründet von Sven „Svencho“ de Caluwé, Frontmann der belgischen Todesmetalltruppe Aborted, und Miri Milman, die für das neue Projekt ihren Part bei einer israelischen Formation namens Distorted aufgab. Die beiden Gesangstalente angelten sich dann drei Instrumentalisten aus Übersee – Cole Martinez (Gitarre), Andrew Lenthe (Bass) sowie Mike Heller (Schlagzeug) – und bastelten komplett in Eigenregie die EP „The Collapse“. Kurz darauf wurde Michael Wilson als zweiter Gitarrist ins Boot geholt und nach einem Vertragsschluss mit Metal Blade direkt der erste Langspieler aufgenommen. Vorsatz des Albums „The Conscious Sedation“ ist nach eigenen Angaben die Revolutionierung der Genrekonventionen des Melodic Death Metal. Eine mutige Ankündigung, die verständlicherweise nur bedingt erfüllt wird.

Der Opener „Vagaries Of Perseption“ kommt direkt voll auf die Zwölf. Leider ist das Lied so sehr mit unermüdlichen Blastbeats zugekleistert, dass es sich gar nicht richtig entfalten kann. So geht es im Großen und Ganzen auch weiter. Unter betont kaltherzigen Gitarrensalven, die ab und zu mal ein Solo durchlassen, grunzt und brüllt Svencho was das Zeug hält, bis Miri Milman mit ihrem klaren Gesang für harmonische Einschübe sorgt. Ihre Momente sind die nachhaltigsten des Albums; dennoch scheint sie im weiteren Verlauf nur Variationen von immer gleichen Tönen zu liefern. Für den ersten Videoclip wurde mit „The Apex Doctrine“ der richtige Song gewählt, denn der bleibt mitunter am ehesten im Ohr hängen. Etwa ab der Albummitte scheint sich das übermäßig druckvolle Gewitter des Sextetts hier und da vorübergehend aufzulockern und lädt mit ein paar ruhigeren Passagen nochmal zum genaueren Hinhören ein. Doch insgesamt fällt die Unterscheidung der einzelnen Songs deutlich schwerer, als es für ein Album gesund ist.

System Divide führen weiter, was Bands wie Scar Symmetry schon bieten und kreieren musikalisch anspruchsvollen Melodic Death Metal mit einem Hauch von Gothic, Metalcore und Industrial. Die erhoffte kleine Genrerevolution entpuppt sich leider als kaum mehr als ein überproduzierter Brocken, dem es an Zugänglichkeit und genügend Abwechslung mangelt. Wer beim ersten Lied nicht auf Anhieb in den Bann gezogen wird, sollte es gleich bleiben lassen. Das Potential ist da, nur ohne einen generalüberholten, geerdeten Sound bleiben System Divide eine durchwachsene Sache.

Anspieltipps:

  • The Apex Doctrine
  • (N)ether
  • Hollow

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