The Black Angels - Phosphene Dream - Cover
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The Black Angels Phosphene Dream


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Psychedelik ist abenteuerlich, spannend und lebensbejahend intoniert.

Stoff für den sich langsam entwickelnden Rausch bieten die 2004 gegründeten und nach Pilzen, Jim Morrison und jede Menge Weihrauch klingenden Black Angels aus Austin, Texas, benannt im übrigen, na klar, nach dem Velvet Underground-Klassiker „The Black Angel's Death Song“.

Das dritte Album dieser jungen, aber unendlich gestrig klingenden Kombo ist wabernder, umnebelter, sphärischer denn je, schlicht: Psychedelic Rock der ursprünglichen Schule, manisch entschleunigt, hallend entrückt und mächtigt verdrogt. In den USA haben Vorprogrammstippvisiten unter anderem bei den Black Keys, Black Rebel Motorcycle Club, Queens Of The Stone Age, The Raveonettes und Wolfmother für eine zumindest kleine Fangemeinde gesorgt, hierzulande kennen die schwarzen Engel nur Psychedelic-Experten. Für das dritte Album indes wurde nun ein wenig aufgerüstet: nach Los Angeles ins Studio geschickt und mit namhaften Produzent Dave Sardy (Wolfmother, Black Mountain) versehen, erscheinen die zehn Kompositionen ausgereift und zielsicher zwischen Jefferson Airplane und den Doors, erschafft ihr drittes Album einen dichten, stimmigen, wie geschlossenen Soundteppich, den man sich, hat man sich der wabernden Sphärik einmal angepasst und ist in dieser Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes eingetaucht, ähnlich wie mit der sich einstellenden ausgiebigen Coverbetrachtung, nur noch schwerlich entziehen kann.

Dabei ist der Sound von „Phosphene Dream“ keineswegs düster, im Gegenteil. Die Psychedelik ist hier abenteuerlich, spannend und lebensbejahend intoniert. „Yellow Elevator #2“ oder der marschierende „Entrance Song“, der Titeltrack und „True Believers“ ragen dabei mit Verve und durchaus coolem Stil heraus. Das Cover gibt also die Richtung vollends vor: eine 36 minütige Reise in nur scheinbar vergangene Welten; die Pionierarbeit der 13th Floor Elevators und Jim Morrisons lyrische Weissagungen mögen lange her sein, mit manisch Genreverrückten wie den Black Angels wird Neo-Psychedelic Rock noch lange und vor allem gesund leben. Ein richtig guter Trip.

Anspieltipps:

  • Yellow Elevator #2
  • Entrance Song
  • Phosphene Dream
  • True Believers

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