OMD - History Of Modern - Cover
Große Ansicht

OMD History Of Modern


  • Label: Bluenoise/Rough Trade
  • Laufzeit: 58 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

OMD bringen ihr Schiff größtmöglich unpeinlich in den Heimathafen.

Auch wenn es seit 1996 kein neues Studiomaterial der Electro-Pop-Institution Orchestral Manoeuvres In The Dark (OMD) mehr gab, so standen die Sterne seit der Comeback-Tour in Original-Besetzung im Jahre 2007 überaus günstig, was ein neues Album anging. Erfolgreich präsentierte die Band um Andy McCluskey sowie Paul Humphreys dort das wohl beste OMD-Werk „Architecture And Morality“ in kompletter Länge samt einem Zugaben-Block aus allen Klassikern der Bandgeschichte. Es wuchs das Verlangen nach neuen Songs, die den treuen Fans endlich wieder neue Gänsehaut und Tanzbarkeit liefern sollten. Von Foals/Arctic Monkeys-Engineer Mike Crossey abgemischt und mit dem Cover-Artwork von Peter Saville versehen, der bereits für die ersten Werke grafisch zur Stelle war und als Hausdesigner vom legendären Label Factory Records fungierte, ist „History Of Modern“ eine gelungene Rückkehr.

Natürlich ist die frühe Spielfreude, welche sich zum Beispiel auf „Dazzle Ships“, „Organisation“ oder auch „Crush“ so perfekt mit Pop-Singles abwechselte, nicht mehr so ausgeprägt, aber gleichzeitig präsenter als auf den teilweise arg uninspirierten letzten Alben. Zwischen beatlastigem Electro-Pop, experimentelleren Tönen und schwebenden Melancholie-Wohltaten, die unverkennbar von Andy McCluskeys Stimme leben, ist der Zeitgeist nicht zuletzt durch The XX, The Killers, La Roux und viele andere, die sich auf OMD berufen, ideal für eine Rückkehr der Pioniere. Glücklicherweise ruhen sich diese nicht auf ihren Lorbeeren aus, auch wenn die Melodie von „Sister Marie Says“ aus dem Jahr 1981 stammt und wie „If You Want It“ den wenig aufregenden, aber wirkungsvoll eingängigen Pop-Song darstellt.

Klar, das Gespann um Humphreys/McCluskey erfindet kein Rad neu, schon gar keines, welches sie selbst mitgeprägt, wenn nicht sogar miterfunden haben. „Green“ atmet den typischen Balladen-Spirit, erhellt die musikalische Seite mit klaren Synthesizer-Sounds, die wie bei „Bondage Of Fate“ und überhaupt sehr oft auf „History Of Modern“ durch ihre kühle Eleganz faszinieren, um gleichzeitig umgarnend zu wärmen. Durch schräge Klangfarben und überraschende, vor allem mit modifizierten Soundteppichen verzierte Wendungen bleiben die tendenziell einfach gestrickten Electro-Pop-Songs mit Wiedererkennungswert in Hinblick auf ältere Stücke durchgehend schön anzuhören. Auch wenn die Eurodance-Komponente von „History Of Modern (Part 1)“ für Fragezeichen sorgt, bringen OMD ihr Schiff größtmöglich unpeinlich in den Heimathafen.

Anspieltipps:

  • New Babies: New Toys
  • Sister Marie Says
  • Green
  • Bondage Of Fate

Neue Kritiken im Genre „Pop“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „OMD“
comments powered by Disqus