Plants And Animals - La La Land - Cover
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Plants And Animals La La Land


  • Label: Secret City/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ob sich die Band namens Plants And Animals ernsthaft mit der Pflanzen- und Tierwelt auseinandersetzt wissen wir nicht. Dass sie ihr zweites Album „La La Land“ nennen dagegen schon. Aus Kanada sind sie und ihr musikalischer Output ziemlich un- und außergewöhnlich. Man könnte es sich einfach machen und sagen, dass ihr Klangbild die frühen 1970er reflektiert und sie psychedelischen Indie-Folk-Rock spielen. Alles richtig, doch den wahren Sound, die Atmosphäre des Albums kennt man deswegen noch lange nicht.

Zu den Fakten: Plants And Animals hat drei Bandmitglieder, die auf die Namen Warren C. Spicer, Matthew Woodley und Nicolas Basque hören. Sie begannen als Instrumentalband, die nur losen Songstrukturen folgte, doch auf ihrem Debüt „Park Avenue“ sang Warren C. Spicer und einige Songs blieben sogar unter der Vier-Minuten-Marke. Live traten sie bspw. beim Pitchfork Festival in Chicago, beim Primavera in Barcelona und beim Central Park Summer Stage auf, bei letzterem teilten sie mit The National die Bühne. Mit The National verbindet sie das Freigeistige, das Suchen und Finden eines ganz eigenen Sounds, der nur schwer zu fassen und zu beschreiben ist.

Eingespielt wurde „La La Land“ teils in Montreal und teils in Paris. Dabei soll viel Wein und Cola-Rum geflossen sein, was den Songs eine gewisse Euphorie beibrachte. Sicherlich hätte „La La Land“ auch ohne Alkohol funktioniert, denn das Material von Plants And Animals hat hohes Potential, das zwischen freigeistigem Jammen und dem Vers-Refrain-Schema jonglieren kann. In genau jenem Zwischenbereich hantiert die Band, tritt sanft in die Fuzzpedale, lässt die Gitarrensounds in den Rhythmusparts mäandern. Wie selbstverständlich fügt sich auf „American Idol“ das Saxofon vom Arcade Fire Mann Colin Stetson oder ein Piano blitzt zwischen den „Swinging Bells“ auf. Im Vordergrund stehen jedoch immer die Stromgitarren, die den Opener „Tom Cruz“ zum Fliegen bringen oder der „Undone Melody“ letztendlich die melodische Krone aufzusetzen.

Gegen Ende des Albums erwischt man sich schließlich beim Tagträumen, die Musik tritt in den Hintergrund, die eigene Imagination nach vorne. Ob das positiv oder negativ bewertet werden soll? Auf „La La Land“ geht es auch um Zwischenräume, Zwielicht und Klanglandschaften, in denen man sich verlieren kann. Am Ende wagen sie es einen Song „Jeans Jeans Jeans“ zu nennen, ein Hit, der einen zurückholt aus der Zwischenwelt ins Hier und Heute des Pop. Plants And Animals erschaffen was viele gerade nicht können: einen eigenen, unverkennbaren Sound zu kreieren. Das hat was und man freut sich schon auf die Fortsetzung!

Anspieltipps:

  • Tom Cruz
  • American Idol
  • Undone Melody
  • Fake It
  • Jeans Jeans Jeans
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