The Hundred In The Hands - The Hundred In The Hands - Cover
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The Hundred In The Hands The Hundred In The Hands


  • Label: Warp/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Allein dass auf dem selbstbetitelten Debütalbum der hochgelobten Youngsters von The Hundred In The Hands (THITH) nur Songs zu finden sind, die nicht bereits von der starken EP „This Desert“ bekannt sind, stimmt einen überaus freundlich im Hinblick auf den Schnellstart von Eleanore Everdell sowie Jason Friedman. Anders als ihre Mitstreiter im rückwärts gewandten, die 80´er glorifizierenden Electro-Pop mit Post-Punk Note werden also Songs nicht doppelt verwertet, um die Gunst der Stunde zu nutzen. Überhaupt ist doch bei THITH einiges anders, beziehungsweise deutlich ausgearbeiteter. So findet man auf dem Longplayer auch Disco- wie House-Anleihen und eine Stimmung, die sich von tanzbar bis gemächlich zweifelnd vielseitig im besten Songwriting-Gewand offenbart.

„Young Aren´t Young“ erweist sich als locker groovender Auftakt mit gehörig Hall auf der Stimme und dem Space-Trip als Keyboard. Die schmachtende Stimme von Eleanore Everdell ist Balsam für die Seele, um auch frei von Verfremdungseffekten noch zu wirken. Von der Instrumentierung noch etwas zahnlos im synthetischen Wattebausch gehalten, greifen die Zahnräder im Midtempo-Stück „Lovesick (Once Again)“ ungleich besser. Dank schräger Gitarrensounds und der gewissen Mystik in Everdells Tonlage offenbart sich langsam die gesamte Bandbreite von „The Hundred In The Hands“. Denn schon „Killing It“ mit seinem pochenden Synthesizer, der eher die dunkle Seite bedient, und den zuckersüßen, hintergründigen Melodien als sonnendurchflutete Komponente formen einen überaus packenden Track, der für eine lange Zeit nichts an Anziehungskraft verliert.

Generell ist festzuhalten, dass The Hundred In The Hands dann am besten sind, wenn sie ihre Sound-Miniaturen mit dunklem Charme, gewisser Dream Pop-Komponente und erhabener Loslösung von allem Weltlichen füllen. Eine Beschränkung auf diese ruhige Ausrichtung im Sound von THITH zu vollführen, käme dem Duo allerdings nicht gerecht. Zu zwingend sind da Disco-Perlen wie „Pigeons“, „Dead Ending“ oder „Dressed In Dresden“, dem nicht nur die Post Punk-Gitarre und der straighte Beat sehr gut steht. Vielleicht einer der besten Beweise für die ausgereifte Herangehensweise der Zwei aus Brooklyn. Pendelnd zwischen Disco, Post-Punk, Electro-Pop und jeder Menge Gespür für große Melodien, die hin und wieder passend in einer leichten Noise-Note verschwinden, um noch prägender wieder aufzutauchen.

Anspieltipps:

  • Killing It
  • Pigeons
  • Gold Blood
  • Dressed In Dresden

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