James LaBrie - Static Impulse - Cover
Große Ansicht

James LaBrie Static Impulse


  • Label: InsideOut/EMI
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Obwohl „Static Impulse“ ein kleiner Rückschritt ist, kann Herr LaBrie auf jeden Fall gute Songs schreiben.

Es ist vollbracht, das neue Werk des Dream Theater Sängers. „Static Impulse“ heißt es und in der Tat haben sich James LaBrie und sein Mitstreiter Matt Guillory von einem Impuls leiten lassen, dem nach einer neuen musikalischen Ausrichtung, aber musste es unbedingt ein Anbiedern an den Metalcore werden?! Hat man den anfänglichen Schock verdaut, kann ein neuer Anlauf gestartet werden, unbefangen und neutral. Dabei sitzt noch ein anderer Schock tief in einem drin, der vom Ausstieg Mike Portnoys aus dem Traumtheater.

Das letzte Album von James LaBrie „Elements Of Persuation“ liegt schon fünf Jahre zurück. Auf jenem wurde ordentlich geradeaus gerockt mit tief gestimmten Gitarren aber immer sehr eingängigen Gesangslinien. Das Grundgerüst ist geblieben, aber neue Einflüsse werden ausprobiert und neue Elemente in die Musik eingebaut. James entwickelt sich weiter und das muss ihm positiv angerechnet werden, weil es deutlich origineller ist als im Prog-Metal Metier von Dream Theater weiter zu schwimmen. Die Schreie (Screams) des Schlagzeugers Peter Wildoer sind ein interessantes neues Stilmittel, das auch ausgewogen eingesetzt wird. Vielleicht hätten die Metalcore Einflüsse an einigen Stellen dezenter ausfallen können, weil Songs wie „This Is War“ oder „Who You Think I Am“ auch von jeder x-beliebigen Metalcore Band wie Bullet For My Valentine (und wie sie alle heißen) stammen könnten, aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Auf ganzer Linie überzeugen „Jekyll Or Hyde“ und „Mislead“, die neue und alte Elemente perfekt in Einklang bringen und mit einer angenehm lockeren Attitüde Eingängigkeit, Härte und Abwechslung vereinbaren, aber auch das mehr an die Vorgängerplatte angelehnte „Over The Edge“ weiß zu gefallen. Die Riffs rocken und grooven ordentlich, wirken aber in vielen Songs ziemlich abgegriffen und altbacken. Besonders auffällig ist der Qualitätseinbruch in der zweiten Hälfte des Albums. Alle Markenzeichen, die in der ersten Hälfte Spaß machen, verflachen zusehends, die Songs wirken beliebig und nicht ganz ausgereift, als ob eine zündende Idee gefehlt hat. Die Refrains bleiben immer noch eingängig, aber als ganzes sind die Tracks nicht mehr so packend. Alles wichtige wurde schon in den ersten sechs Tracks zum Ausdruck gebracht.

Nicht zu vergessen die obligatorische Ballade, die mit „Coming Home“ eine Liebeserklärung an Familie und Freunde darstellt, irgendwie süß aber auch völlig unpassend zum Rest. In „I Need You“ erinnert der Gesangsstil an „In Constant Motion“ von Dream Theater. Da fällt einem doch wieder auf, dass LaBrie immer weniger von seinen Gesangskünsten Gebrauch macht, wenn man das so vorsichtig ausdrücken mag. Seit Dream Theaters „Train Of Thought“ singt James deutlich tiefer und ohne Höhenakrobatik, nicht nur zu seinem Soloalbum passt das allemal. Wer weiß, vielleicht wird er sich nach dem Ausstieg von Mike Portnoy in Zukunft mehr an den Kompositionen seiner Hauptband beteiligen. Obwohl „Static Impulse“ ein kleiner Rückschritt ist, kann Herr LaBrie auf jeden Fall gute Songs schreiben.

Anspieltipps:

  • Jekyll Or Hyde
  • Over The Edge
  • Mislead
  • I Need You

Neue Kritiken im Genre „Progressive Metal“
Diskutiere über „James LaBrie“
comments powered by Disqus