Die Happy - Red Box - Cover
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Die Happy Red Box


  • Label: F.A.M.E. Recordings
  • Laufzeit: 45 Minuten
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10 1 7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es hat sich einiges getan im Lager von Die Happy. Die Plattenfirma wurde gewechselt und sich damit mehr künstlerische Freiheit geschaffen. Sängerin Marta Jandová lebt wieder in ihrer Heimatstadt Prag, gehört zur aktuellen Jury der ProSieben TV-Castingshow „Popstars” und hat mit „Red Box“ ganz nebenbei ein neues Studioalbum für Die Happy eingesungen. Dass sich darauf noch immer eine nicht unerhebliche Fanschar freut, zeigt, dass die Band inzwischen zum Inventar der deutschen Rockszene zählt. Dass es auf „Red Box“ dennoch eine dezente Kurskorrektur gegeben hat, belegt, dass die Band die äußeren Signale durchaus gehört und verstanden hat.

Deutlich rauer und kerniger sind die meisten Songs auf „Red Box“ ausgefallen. Es geht zwar nicht zurück zu den Wurzeln – was auch fatal wäre, da man den musikalischen Uhrzeiger in den seltensten Fällen zurückdrehen sollte –, sondern es wurde moderat renoviert und erneuert. Es darf also wieder Rockmusik mit Überzeugung gespielt werden, die nicht von Labelverantwortlichen gedrosselt und in Richtung Single-Charts schielend verweichlicht wird. Dass sich die Band ausgerechnet mit einer Coverversion des Destiny’s-Child-Hits „Survivor“ Luft macht und ein Zeichen setzen will, gehört leider zu den weniger gelungenen Aktionen auf „Red Box“. Der Titel wird als derbe Spaß-Nummer zerrockt – und hoffentlich nie als Single ausgekoppelt werden. Aber man soll Musikern ja ihren Spaß lassen. Und den haben Die Happy heuer definitiv!

Bereits der Opener „Mesmerized“ knattert als tiefergestimmter Nu-Rocker mit einer beherzt singenden Marta Jandová aus den Boxen und eröffnet die wieder entdeckte Lust am harten Rocksong, die selbst balladeskeren Titeln wie „Good things“ einen amtlichen Schub verpasst. Das schützt das Album zwar nicht davor, dass sich hier und da ein paar schwächere Titel eingeschlichen haben, zu denen ausgerechnet auch der Titelsong zählt, doch der Gesamteindruck ist diesmal trotzdem sehr sympathisch und positiv, zumal der Hörer zum Schluss des Albums mit den drei stärksten Songs auf „Red Box“ verwöhnt wird. So behält man „Red Box“ in guter Erinnerung und verliert nicht die Lust, die CD ein ums andere Mal aufzulegen.

Anspieltipps:

  • Help me
  • Good things
  • Mesmerized
  • Sweet enemy
  • Anywhere without you

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