Professor Green - Alive Till I´m Dead - Cover
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Professor Green Alive Till I´m Dead


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Londoner Professor Green sagt von sich, dass er Vanilla Ice wäre, würde es ihn nicht schon geben und meint es wohl genau so ernst wie sein vermeintliches Gangsta-Auftreten, was eben nicht allein von einer Vielzahl an Tattoos lebt. Selbstironie ist da ein Schlagwort, welches Professor Green so unbekümmert die UK-Charts stürmen ließ. Zusammen mit Lily Allen fand sich „Just Be Good To Green“ in den Top 5 der Single-Charts wieder und wurde vom weiteren Vorboten zum Debütalbum, nämlich „I Need You Tonight“ (selbstredend mit einem Sample des INXS-Hits) noch getoppt. Ob nun HipHop/Rap, Grime oder Dubstep – die Zeit ist reif für einen Angriff auf den Mainstream, obgleich nicht selten die Qualität eher zweifelhaft ist. Doch nicht umsonst nahm Mike Skinner von The Streets mit seinem ehemaligen Label The Beats den Professor unter seine Fittiche und förderte ihn, wo er nur konnte.

Genügend Potential und der gewisse Wille zum großen Wurf ist „Alive Till I´m Dead“ deutlich anzuhören. Tiefe Beats und Sprachwitz samt einer omnipräsenten Dance-Ausrichtung werden mundgerecht in Pop-Häppchen serviert und erweitern die potentielle Hörerschaft, wie es eben auch Lily Allen verstanden hat. Inwieweit da nun Kalkül das Musikverständnis überlagert, bleibt abzuwarten. Als pulsierender Dance-Pop mit Reggae-Anleihen geht „Just Be Good To Green“ gut ins Ohr, was nicht zuletzt an der schmeichelnden Stimme Lily Allens liegt, die der dick aufgetragenen Synthesizer-Wand eine abfedernde Note verleiht. „I Need You Tonight“ reizt die Toleranz bis zur Schmerzgrenze, denn der Sprechgesang und die nervösen Sounds machen aus dem Klassiker ein Ärgernis.

Ein bunter Strauß an zurückgelehntem Electro-Rock, Vocoder-Gesang und fest zupackenden Raps ist dagegen „Oh My God“, das stimmungsvoll zwischen entspannter Wohltat inklusive Ohrwurm-Melodien und ungeschliffenen Elementen pendelt. Obwohl genau diese Balance zu oft in Richtung des geringsten Widerstands tendiert, ist Professor Green mit „Alive Till I´m Dead“ ein ordentliches Werk gelungen, das sich zwischen den Stühlen mit der Basis im HipHop und Dubstep/Grime hörbar wohl fühlt.

Anspieltipps:

  • Just Be Good To Green
  • Oh My God
  • Jungle
  • Closing The Door

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