Eric Clapton - Clapton - Cover
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Eric Clapton Clapton


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 62 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Musikalisch ist der Inhalt von „Clapton“ oft nicht mehr als gepflegte Langeweile.

Clapton! Der Name an sich ist eine Institution, da braucht keiner irgendwelche ausgefallenen Albentitel. Gut, das hört sich zwar auf den ersten Blick nach einem schnell zusammengekleisterten Best-Of Album an, ist es aber nicht. Es handelt sich tatsächlich um ein neues Studiowerk des 65jährigen. Der Name will uns wohl suggerieren, dass hier die Essenz des Bluesmeisters drin steckt, denn wo Clapton drauf steht, muss schließlich auch Clapton drin sein. Oder etwa nicht?

Betrachten wir das Ganze zuerst aus der Sicht der Kompositionen, sind unter anderem Songs von Robert Johnson, J.J. Cale, Fats Waller und sogar Irving Berlin zu finden, aber nur zwei eigene Kompositionen. In „Clapton“ steckt also mehr fremdes als eigenes und das neue Album entpuppt sich als eine Sammlung von Coverversionen. Beim Blues ist es nicht unüblich alte Klassiker mit neuem Material zu vermischen, aber nur zwei eigene Songs ist sehr dürftig, liegt sein letztes eigenständiges Album „Back Home“ bereits fünf Jahre zurück.

Musikalisch ist der Inhalt von „Clapton“ oft nicht mehr als gepflegte Langeweile. Immer wieder wird durch Gastauftritte ein wenig Abwechslung eingestreut und die Kompositionen mit zusätzlichen Instrumenten aufgefrischt, wie „How Deep Is The Ocean“ mit der Trompete von Wynton Marsalis oder das mit Tuba und anderen Blasinstrumenten auf alt klingend getrimmte „My Very Good Friend The Milkman“. Clapton frönt also nicht nur dem Blues, lässt er auch „When Somebody Thinks You’re Wonderful“ in bester New Orleans Jazz Tradition erklingen. Streicher tauchen ebenso hier und da auf. Eintönig ist das Album keineswegs, nur wirkliche Höhepunkte sucht man vergebens.

Die zwei Clapton-eigenen Songs sind gelungen und hinterlassen ein großes Fragezeichen, wieso es nicht mehr davon gibt. Vor allem „Diamonds Made From Rain“ geht ins Ohr, schöner Refrain, schönes Solo – top. Erstaunlich ist aber, dass eine gewisse Sheryl Crow hier mitsingt. Wer die Dame erkannt hat oder überhaupt mitbekommen hat, dass dort jemand mitsingt, sollte einen Preis bekommen. Daneben gibt es noch zwei sehr angenehme Songs, die beide aus der Feder von J.J. Cale stammen, nämlich „Everything Will Be Alright“ und „River Runs Deep“. Das war es dann aber auch schon mit den positiven Momenten.

Claptons Essenz sucht man auf diesem Album vergebens, seine kreativen Tage liegen schon einige Jahre zurück. Er wird seinem Spitznamen „Slowhand“ mit fortschreitendem Alter immer gerechter, aber erstaunlich ist das nicht, denn so viele Musiker werden mit dem Alter immer seichter. Was übrig bleibt ist ein durchschnittliches Clapton-Album, dass stark in die Vergangenheit des Blues schaut und einige Jazzelemente einführt. Das ist leider auch schon alles, da hilft selbst die gute Produktion nicht.

Anspieltipps:

  • Diamonds Made From Rain
  • Everything Will Be Alright
  • River Runs Deep
  • My Very Good Friend The Milkman

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