Ronnie Wood - I Feel Like Playing - Cover
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Ronnie Wood I Feel Like Playing


  • Label: Eagle Rock/EDEL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Damit hatte keiner gerechnet! Nach über drei Dekaden schließen sich The Faces (Ron Wood, Glen Matlock, Ian McLagan, Kenney Jones) wieder zusammen und holen sich Rotschopf Mick Hucknall als Sänger, der drei Jahre zuvor das Ende Simply Reds ausgerufen hatte und lediglich als Solokünstler weitermachen wollte. Damit ist Ron Wood, seines Zeichens amtlich eingetragener Gitarrist bei den Rolling Stones, ausreichend ausgelastet und wirft mit „I feel like playing“ noch schnell ein Album im Alleingang aus der Hüfte, bevor es womöglich zu spät ist und Terminkollisionen derartiges nicht mehr zulassen. Wie es sich heutzutage für eine Platte dieser Größenordnung gehört, muss zudem eine halbe Fußballmannschaft an Gastmusikern ihre Kollaboration ankündigen, denn sonst könnte ja niemand Gefallen daran finden.

Diese liest sich dann wie folgt: Bernard Fowler (Studiomusiker für Rolling Stones, Herbie Hancock, Steve Lukather), Billy Gibbons (ZZ Top), Eddie Vedder (Pearl Jam), Bobby Womack (amerikanischer Singer/Songwriter), Darryl Jones (Bassgitarrist, unter anderem für Miles Davis), Michael Peter „Flea“ Balzary (Red Hot Chili Peppers), Ian McLagan (Keyboarder für Small Faces und The Faces), Kris Kristofferson (amerikanischer Singer/Songwriter und Schauspieler), Jim Keltner (Studiomusiker für z.B. Bob Dylan, Neil Young, John Lennon), Saul „Slash“ Hudson (Ex-Guns´n´Roses, Velvet Revolver), Bob Rock (Musiker und Produzent für Bands wie Aerosmith, Metallica oder Bon Jovi), Robert „Waddy“ Wachtel (Multiinstrumentalist, Sessionmusiker und Produzent für unter anderem Stevie Nicks, Keith Richards oder James Taylor) und Rick Rosas (Sessionmusiker für Neil Young oder Rolling Stones); Das Gute daran ist immerhin, dass man sich um keine eigenen Studiomusiker kümmern muss und der normale Musikladenstöberer bei dieser Künstlerschar schnell zum Blindkauf verleitet wird.

Stilistisch fährt Wood mit „I feel like playing“ sämtliche Genres ab, die ihm in den Sinn kamen und bewegt sich nicht nur in schnöden Rocksphären („Lucky man“), sondern bringt auch Country („Tell me something“), Funk („Spoonful“), Blues („Fancy pants“) und schunkelnde Reggaeklänge („Sweetness my weakness“) unter, die einen homogenen Eindruck hinterlassen, aber letztendlich nicht über Jamsession-Charakter hinauskommen. Gelegentlich wird das Material zwar durch kitschige Streicher aufgehübscht („I gotta see“), eine Sitar wirft orientalische Schatten („100%“) oder Gospelversatzstücke lockern das Geschehen auf („Catch you“), den staubigen Film der Oberflächlichkeit kann Herr Wood mit dieser handwerklich tollen, aber sich inhaltlich im Kreis drehenden Vorstellung nie zur Gänze abstreifen. Hoffen wir, dass Ronnies Arbeitsweise nicht maßgeblich auf die Faces-Reunion übergreift, denn dann könnte deren sensationelle Wiedervereinigung schnell obsolet werden.

Anspieltipps:

  • Forever
  • Spoonful
  • Lucky Man
  • Tell Me Something

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