Alphaville - Catching Rays On Giant - Cover
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Alphaville Catching Rays On Giant


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn schon so viele junge Acts den synthetischen Hauch der Achtziger für sich entdecken und sich auf Keyboard-Fanfaren sowie heißkalte Romantik berufen, ist es doch ein leichtes, die alten Helden aus eben jener Zeit noch einmal zu pushen und den quasi vorprogrammierten Zuspruch mitzunehmen, auf den zumindest im Frühstücksfernsehen der hiesigen Sendeanstalten Verlass ist. Man kann es sich bildlich vorstellen, wenn die mittlerweile komplett durchgewechselten Mitstreiter von Marian Gold (Songwriting, Gesang) als Alphaville unter der Flagge des lange zurückliegenden Hit-Trios „Big In Japan“, „Sounds Like A Melody“ und natürlich „Forever Young“ in die Fernsehstudios schreiten und das aktuelle Album „Catching Rays On Giant“ nur als Beiwerk herhalten muss.

Nach dem 97er Album „Salvation“, dem Live-Longplayer „Stark Naked“ aus 2000 und drei Jahre später dem Internet-Projekt „Crazyshow“ ertönt das aktuelle Werk frisch poliert von Produzent Thorsten Brötzmann (Christina Stürmer, DJ Ötzi, No Angels) so, als wären Alphaville nie weg gewesen von ihrem markanten Melodien-Gespür aus ihren goldenen Tagen. Sind sie genau genommen auch nie, denn aufgelöst waren sie nie, nur dass eben von der Ursprungsbesetzung lediglich Marian Gold noch dabei ist. Dessen Stimme ist erwartungsgemäß der Kern eines soliden Albums, welches nicht unbedingt mit Höhepunkten hausieren geht, aber schon die zweifelhaften Pfeif-Einlagen gleich im Opener „Song For No One“, die euphorisch Haken schlagenden Synthesizer, Piano- und Akustikgitarren-Breaks im Verbund mit den höhenlastigen Vocals lassen erkennen, dass frei und ohne kredibile Handbremse Pop in Großbuchstaben samt Konfetti-Kanone zelebriert wird.

Leise Momente sind nicht die Sache von „Catching Rays On Giant“ und so springt einen „I Die For You Today“ förmlich an, setzt „Heaven On Earth“ auf Opulenz, die mit hall-verzierter Theatralik und dem Gemisch aus E-Gitarre, Piano-Sounds sowie E-Drums weit ausholt, um in „The Deep“ Streicher im Zusammenspiel mit vertonter Schwermut als Ruhepol einzusetzen. Lange währt dieser jedoch nicht, schließlich endet „The Deep“ als Powerballade, für die auch Bon Jovi sterben würden, wären sie denn vom Synthesizer infiziert. Hier bei Alphaville wird jedenfalls geklotzt und nicht gekleckert. Die Pop-Oper in Sichtweite, wenig intensiv doch wirkungsvoll die Dynamik im Anschlag und das Herz tief in den Achtzigern verankert.

Anspieltipps:

  • Song For No One
  • I Die For You Today
  • Call Me
  • Gravitation Breakdown

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