The Sorrow - The Sorrow - Cover
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The Sorrow The Sorrow


  • Label: Drakkar/Sony Music
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Langeweile in Österreich. Ein Wochenendtrip in die Hauptstadt zum Riesenrad, ins Nahe gelegene Schweizerhaus oder zum nächstbesten Würstelstand kommt nicht in Frage, also was tun? Mathias Schlegel (Gesang, Gitarre), Andreas Mäser (Gitarre), Tobias Schedler (Bass) und Dominik Immler (Schlagzeug) standen auch mal vor dieser schwierigen Frage und kamen zu dem Schluss mit The Sorrow dem Musikzirkus im Alpenland gehörig eins drüber zu ziehen, indem eine ansprechende Mischung aus Killswitch Engage, Caliban und In Flames fabriziert wird, die sich mittlerweile zur erfolgreichsten Metalcore-Institution des Landes entwickelt hat.

Nach „Blessings from a blackened sky“ (06/2007), „Origin of the storm“ (02/2009) und Touren mit namhaften Größen wie Children Of Bodom, Devildriver, Chimaira, Rammstein, Green Day oder Sepultura, sowie Festivalauftritten, bei denen die vier Vorarlberger auf derselben Bühne wie Metallica oder Slayer stehen durften, ist es nun an der Zeit frisches Material der Öfffentlichkeit zu präsentieren um zu zeigen, dass es in Österreich nicht nur Wiener Schnitzel und eine gemütliche Kaffeehauskultur gibt, sondern auch verheißungsvollen Metal.

Der Einstieg in die dritte, selbstbetitelte Langrille konnte mit „Afflictions“ allerdings nicht schlechter gewählt werden: Dröge vor sich hin lamentierende Riffschwurbel wollen sich als dramatisches Stilmittel etablieren, nerven aber eigentlich nur und würde anschließend nicht „Crossing Jordan“ als 1A-Naturgewalt aus den Lautsprechern blasen, The Sorrow würden in Windeseile denselbigen überqueren. Dummerweise geht es trotz ordentlich Aufwind („Paragon in charity“, „My destiny“, „Facing the end“) das restliche Album mit gemischten, meist pathosgeschwängerten Gefühlen weiter.

Immer wieder brechen The Sorrow nämlich das durchaus schmackhaft präsentierte Metalcore-Korsett mit Melodic Death-Einsprengseln (gut) oder bedienen sich am mit lästigem Hardcore-Geschrei garnierten, melancholischen Post Metal-Buffet (schlecht), was ebenso die eine oder andere vernachlässigbare Schunkelnummer („Weight of the world“, „Reach for the skies“) zur Folge hat, unterm Strich aber zu viele Skip-Kandidaten abwirft und keinen durchgehenden Albumfluss zulässt. Damit ist „The sorrow“ eine recht halbgare Angelegenheit, die jedoch zu ihrem Glück aufgrund ihrer Spielzeit von einer Stunde nach Weglassen des unnötigen Ballasts noch genügend Knaller besitzt um eine dezente Empfehlung für Genrefans auszusprechen.

Anspieltipps:

  • Facing The End
  • Crossing Jordan
  • Draped In Misery

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