Soundtrack - Infant Sorrow: Get Him To The Greek - Cover
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Soundtrack Infant Sorrow: Get Him To The Greek


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Hollywood fällt immer etwas ein, auch wenn die grundlegende Idee noch so dünn ist. So darf das Kinopublikum mit dem Film „Infant Sorrow” ein Spin-Off der 2008er Komödie „Nie wieder Sex mit der Ex“ erleben, in der Russell Brand (Verlobter von Popstar Katy Perry) als britischer Rockstar Aldous Snow ein paar Szenen hatte, die zu den besten des Films zählten.

Unter dem bescheuerten deutschen Titel „Männertrip“ kann sich Russell Brand (35) alias Aldous Snow als Mastermind der fiktiven Rockband Infant Sorrow nun über die Länge eines ganzen Films austoben und sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen. So richtig wild mit „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“ geht es in „Männertrip“ freilich nicht zu. Dafür ist die leichte Komödie zu sehr auf den Mainstream-Markt zugeschnitten und entsprechend harmlos in Wort und Bild. Angereichert mit zahlreichen Gastauftritten von Christina Aguilera, P!nk, Sean „P. Diddy” Combs, Pharrell Williams und Lars Ulrich (Metallica) sowie einem Soundtrack, der u.a. von Chilly Gonzales, Dan Bern, Jarvis Cocker (Pulp), Mike Viola (The Wonders) und Carl Barat (The Libertines) geschrieben wurde, versucht sich „Instant Sorrow“ trotzdem eine Nische zu suchen.

Eröffnet von der bissigen Jarvis-Cocker-Nummer „Just say yes“ poltert die fiktive Band Infant Sorrow drauflos und positioniert sich damit in einer räudigen Brit-Rock-Ecke, die mehr Ecken und Kanten als der zahnlose Film hat. Ein Authentizitätspluspunkt ist dabei, dass Russell Brand alle Songs höchstpersönlich eingesungen hat und seine Sache als nöliges Liam-Gallagher-Pendant sehr gut macht. Er lässt den abgehobenen Rockstar heraushängen („I am Jesus“), verherrlicht Drogenkonsum („F.O.H.“), brilliert in mitgrölfreudigen Hymnen („Yeah yeah Oi Oi“) und gibt den Sexgott („Supertight“). Dazu hat Russell Brand ein Paket aus krachigen Rocksongs wie „Gang of lust“ und Pathos getränkten Balladen wie „African child (trapped in me)“ als zynischen Seitenhieb auf die alljährlichen Weihnachtssingles auf den Leib geschrieben bekommen.

„Infant Sorrow: Get Him To The Greek“ funktioniert – wie es immer so schön heißt – auch ohne den dazugehörigen Film. Der Hörer bekommt ein kurzweiliges Rockalbum präsentiert, das auch von einer real existierenden Band sein könnte, wären da nicht ein paar überspitze Seitenhiebe, die eindeutig in Richtung Parodie gehen.

Anspieltipps:

  • Going up
  • Little bird
  • Gang of lust
  • Bangers beans & mash
  • Searching for a father; all by Infant Sorrow

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