The Posies - Blood/Candy - Cover
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The Posies Blood/Candy


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band The Posies aus Kent, Ohio gehört zu den vergessenen Perlen der 90er Jahre. Sie war zwar mit einem Majorvertrag ausgestattet, konnte aber nicht aus dem übergroßen Schatten zahlreicher Megaseller der Grunge-, College-Rock- und Indie-Pop-Welle heraustreten. Dementsprechend kennen nur ein paar Eingeweihte hoch gelobte Alben wie „Frosting On A Beater“ (1993) und „Amazing Disgrace“ (1996).

Es folgte die Auflösung der Posies und die beiden Bandgründer Jonathan Auer und Ken Stringfellow versuchten sich solo und in anderen Bandprojekten, ehe sich Auer und Stringfellow Anfang der Nullerjahre wieder annäherten und 2005 die offizielle Reunion der Band verkündeten. Mit „Every Kind Of Light” (06/2005) wurde ein Comebackalbum auf den Markt gebracht, das von den alten Fans wohlwollend, aber nicht überschwänglich aufgenommen wurde. Danach ging die Band verstreut über das ganze Land getrennte Wege und kam erst im Herbst 2009 wieder zusammen.

Bei einer 14-tägigen Aufnahmesession in El Puerto de Santa Maria (Spanien) entstand zusammen mit Produzent Paco Loco (Golden Smog, Josh Rouse) das neue Studioalbum „Blood/Candy”, das mit den musikalischen Gästen Kay Hanley (Letters To Cleo), Lisa Lobsinger (Broken Social Scene) und Hugh Cornwall (The Stranglers) daherkommt und eine Exkursion in selige Power-Pop-Tage der 90er Jahre darstellt. Dazu gehört der Einsatz eines Pianos („Plastic paperbacks“, „Licenses to hide“) in Verbindung mit schmissigen, aber nie zu lauten Gitarren („So Caroline“, „Take care of yourself“) und ansteckenden Chorgesängen („Cleopatra street“), die klare Beatles- („For the ashes”) und Beach-Boys-Reminiszenzen („Accidental architecture”, „Enewetak”) aufweisen.

„Blood/Candy” ist ein handwerklich herausragendes Album, dem wie schon so oft in der Karriere der Posies der letzte Funken Spektakularität fehlt, um in der ersten Liga der Pop- und Rockmusik mitzuspielen. Das ist schade, aber so ist nun mal das Geschäft. Mit „nur“ guten Alben wird man das Mauerblümchendasein leider nichts los.

Anspieltipps:

  • So Caroline
  • Cleopatra street
  • Licenses to hide
  • Take care of yourself

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