Daniel Schuhmacher - Nothing To Lose - Cover
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Daniel Schuhmacher Nothing To Lose


  • Label: 313 Music/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Soll Dieter Bohlen ruhig immer gleich klingende Lieder für seinen Busenfreund Mark Medlock schreiben – Daniel Schuhmacher geht lieber einen härteren Weg.

Daniel Schuhmacher (23) gewann im vergangenen Jahr mit hauchdünnem Vorsprung die sechste Staffel der TV-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (kurz: DSDS). Danach folgte für den damaligen Schüler der übliche Prozess für DSDS-Sieger: Er erhielt einen Plattenvertrag bei Sony Music und Dieter Bohlen als Songwriter und Produzenten an die Seite gestellt. Seine erste Single „Anything but love” ging im Sog des DSDS-Gewinns erwartungsgemäß kommerziell durch die Decke und auch sein Debüt-Longplayer „The Album“ (06/2009) chartete auf Platz eins.

Doch dann passierte Sonderbares: Pop-Titan Bohlen (56) gab im September 2009 die Trennung von seinem Schützling bekannt und lieferte sich ein öffentliches Scharmützel mit dem Sänger. Seitdem war das Thema Daniel Schuhmacher für das breite Publikum erledigt und man trieb neue Säue durchs Dorf. Schuhmacher steckte aber nicht auf und fand mit Universal Music eine neue Heimat und mit den erfahrenen Produzenten Thorsten Brötzmann (Christian Stürmer, No Angels), Beatgees (Sabrina Setlur, Culcha Candela) und Deep Base (Oli P, Befour) neue Kreativadern.

Dass der Baden-Württemberger seitdem bereits zwei Singles auf den Markt gebracht hat, ist trotzdem weitgehend untergegangen. „If it’s love“ (03/2010) kam nicht über Platz 30 hinaus und „Feel“ (09/2010) stieg auch nur auf Platz 50 ein. Dann muss es eben Studioalbum Nummer zwei, „Nothing To Lose“, richten. Denn Daniel Schuhmacher hat durchaus etwas zu verlieren, will er nicht zu den DSDS-Eintagsfliegen gezählt werden.

Soll Dieter Bohlen ruhig immer gleich klingende Lieder für seinen Busenfreund Mark Medlock schreiben – Daniel Schuhmacher geht lieber einen härteren Weg, der sich von der ursprünglichen Ausrichtung aber nicht entfernt. Der 23-Jährige macht weiterhin radiotaugliche Popmusik, die stilistisch auf etwas mehr Abwechslung („If it’s love“) und zeitgemäßere Klänge setzt („Running through the fire“), wobei auf „Nothing To Lose“ freilich auch keine Bäume ausgerissen werden. Dennoch klingen die Songs erwachsener („Feel“) und flotter („Lalala“, „High“, „Another way“), auch wenn sie unterm Strich harmlos und brav bleiben („All we need is love“), selbst wenn der Balladenanteil mit Stücken wie „I’ll be there for you“ ungewöhnlich klein ausfällt.

Trotzdem muss man attestieren, dass „Nothing To Lose“ kein Schnellschuss wie das Debütalbum geworden ist. Die Emanzipation von Dieter Bohlen ist problemlos geglückt. Jetzt fehlt nur noch die erlösend Hitsingle zum zweiten Album. Aber auch da ist noch nicht aller Tage Abend. Es gibt durchaus noch zwei bis drei singletaugliche Tracks, darunter die Auf-Nummer-Sicher-Coverversion „Here comes the rain again“ von den Eurythmics. Ein bisschen was sollte also noch gehen in der Karriere von Daniel Schuhmacher.

Anspieltipps:

  • High
  • If it’s love
  • I’ll be there for you
  • Running through the fire
  • Here comes the rain again

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