Thievery Corporation - It Takes A Thief: The Very Best Of Thievery Corporation - Cover
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Thievery Corporation It Takes A Thief: The Very Best Of Thievery Corporation


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 69 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Best-Of-Alben haben schon seit ihrem ersten Auftreten stets einen bitteren Beigeschmack. Oftmals dafür eingesetzt um aus einem unliebsamen Plattenvertrag hinauszukommen, den sinkenden Stern kurzzeitig zu pushen oder die One Hit Wonder-Existenz zu relativieren, sind jene Zusammenstellungen für den langjährigen Fan meist nur durch eins zu rechtfertigen: Bislang unveröffentlichtes Material oder komplett neue Songs. In unregelmäßigen Abständen haben Greatest Hits-Platten aber auch etwas ausnahmslos Gutes, nämlich wenn es darum geht einen altbekannten Freund wieder zu entdecken, denn man womöglich bereits vergessen hatte oder in der Masse an Veröffentlichungen aus den Augen verloren hat. Bei „It takes a thief: The very Best of Thievery Corporation” ist es damit jedoch nicht getan, da noch eine weitere Komponente mitschwingt: Sind die damals kongenialen Downbeat/Lounge/TripHop-Nummern würdevoll gealtert oder kann das Geld ohne Bedenken für andere Dinge geopfert werden?

Kurz und bündig: Vorliegende Zusammenstellung könnten Rob Garza und Eric Hilton Unwissenden auch als neues Material aus dem Jahre 2010 verkaufen, es würde nicht auffallen. Passend zum Ethnotrend der letzten Jahre, der sich vor allem in den verspielten Arrangements mit indischer Folklore und Gesängen („Lebanese blonde“, „Facing east“, „Satyam shivam sundaram“) bemerkbar macht, und mit relaxten Grooves aus Sparten wie Jazz („Shadows of ourselves“), Soul („Vampires“) oder Reggae („Sound the alarm“, „Warning shots“, „The richest man in Babylon“) ausgestattet, schüttelt das Duo eine zeitlose Nummer nach der anderen aus dem Ärmel ohne ihr anmerken zu lassen, dass sie vom Anfang des Jahrzehnts stammt, denn (und das ist eine kleine Überraschung) das Debüt „Sounds from the Thievery Hi-Fi“ (06/1997) wird komplett ausgespart. Ein besonders kluger Schachzug, denn nur so wird das beliebteste Werk der Amerikaner damit auch weiterhin als alleinstehendes Kunstwerk angesehen und nicht in seine Einzelteile zerlegt.

Wie dem auch sei, dem Hörgenuss schadet dies ohnehin kaum, wenn sich (ausschließlich ab dem Longplayer „The mirror conspiracy“ (08/2000) gerechnet) geschmeidige Loungerhythmen voll freudiger Erwartung mit perkussiven Elementen kreuzen („Holographic universe“, „Air batacuda“), sanftmütige Downbeatmelancholie aus den Lautsprechern perlt („Amerimacka“, „Until the morning“) oder wärmende Trip Hop-Teppiche zum Kopfnicken einladen („Sweet tides“). Unentschlossenen sei zusätzlich der hier erstmals erhältliche Bonustrack „The passing stars“ ans Herz gelegt, der einen wunderbar ruhigen Abgang bildet. Thievery Corporations handverlesene Best-Of-Zusammenstellung ist also in jeder Hinsicht edel, verführerisch und definitiv eine Auffrischung wert.

Anspieltipps:

  • Vampires
  • Facing East
  • Amerimacka
  • Air Batacuda
  • Shadows Of Ourselves

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