Methods Of Mayhem - A Public Disservice Announcement - Cover
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Methods Of Mayhem A Public Disservice Announcement


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„It´s Methods Of Mayhem, bitch!“ - Tommy Lee ist zurück und er hat diesen Drang, die Musikwelt ein weiteres Mal mit seinem Crossover Metal zu beglücken. Harte Raps in hübscher Fäkal- und Pornooptik, derbe Beats, die einem das Gehirn penetrieren, messerscharfe Riffs mit der Lizenz zur Intimrasur und eine ganze Palette an Gaststars, die zum Gangbang läuten, sollen das selbstbetitelte Debüt (03/2000) übertrumpfen und eine fulminante Rückkehr feiern. Doch wenn der Mötley Crüe-Drummer im Zuge der Veröffentlichung von “A public disservice announcement „There´s no Hip Hop and there´s no roster of guest stars. This time, it´s me, my band and the world” proklamiert, darf man sich schon fragen, ob das wirklich das ist, worauf man sich freuen darf oder ob Pamela Andersons Ex nicht eher ein zweites, zahmes Kommerzmonster im Stil seines letzten Flops „Tommyland: The ride“ (12/2005) anbietet oder gar eine politisch korrekte Singer/Songwriter-Platte abliefert?

Nein, nein, alles halb so schlimm. Tommy Lee hat lediglich die ganze Welt dazu aufgerufen Songfragmente und halbfertige Ideen zu bearbeiten, von denen er dann die Besten aussucht und zu einem Album zusammenschustert. Klar, denn wenn man mit dem Ergebnis unzufrieden ist, hätte man ja selbst etwas einschicken und es somit besser machen können. Ein ganz ausgekochtes Schlitzohr, dieser Tommy Lee! „Ob Techno Tracks aus Japan, Handtrommelrhytmen aus Indien oder schreddernde Gitarrensolos aus San Diego - die Resonanz war überwältigend. Selbst vor sehr untypischen, eigenwilligen Interpretationen der bereitgestellten Sounds wurde nicht Halt gemacht“ freut sich die Plattenfirma und der Hörer muss mit den ersten Klängen fertig werden, die nun so gar nicht nach „eigenwillig“ oder „untypisch“ klingen, denn der Opener „Drunk uncle Pete“ ist ein bestenfalls durchschnittliches Jammertal in OPM-Manier und „Time bomb“ steht für die Definition von „Lalala“. Mit der primitiven, aber irgendwie coolen Wucht eines „Hypocritical“ oder „Get naked“ hat dieser ausgelutschte Säuselsound jedenfalls nichts mehr zu tun.

„Louder“ und „Blame“ sind überhaupt stramme Nickelback-Balladen geworden, für die sich vielleicht auch Bon Jovi erwärmen könnte. Glücklicherweise wird in „Fight song“ endlich mal auf den Putz gehauen und die dicke Hose aus dem Kleiderschrank gekramt, was „Two ways“ mit weiblichem Gesang und das mit orientalischem Einschlag versetzte „Talk me off to the edge“ ähnlich propagieren, während „Only one“ dunkle Wolken aufziehen lässt und einen mit anfangs ruhigen Passagen verzierten Heavy Metal-Track vom Stapel lässt, der den Höhepunkt von „A public disservice announcement“ darstellt. Zum Abschluss besinnt sich Tommy noch auf seine Vorliebe zu tanzbarer Musik und offeriert mit „All i wanna do“ und Back to before“ zwei elektronisch verfeinerte Nummern, die jedoch einen mitreißenden Knalleffekt schuldig bleiben und beendet Methods Of Mayhems Zweite mit „Party instructions“, einer absolut überflüssigen Mischung aus Spoken Word-Einlagen und knarzigen Beats.

„This record was the craziest thing ever. Parts were sent in from all over the world by people wanting to participate in the first once-in-a-lifetime global collaboration. It was insane dude!” frohlockt der MOM-Vorstand und wedelt sich einen von der Palme. Der Hörer muss allerdings damit leben eine mittelmäßige Neuauflage des Debüts vor sich zu haben, die den Konsens-Pop für sich entdeckt hat und diesen ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Biss einzusetzen vermag. Spaß? Kann man haben, muss man aber nicht.

Anspieltipps:

  • Only One
  • Two Ways
  • Fight Song

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