Good Charlotte - Cardiology - Cover
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Good Charlotte Cardiology


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses Album möchte man in einem Taumel aus Enttäuschung, Wut und Unverständnis am liebsten im hintersten Regaleck verschwinden lassen.

Nachdem sich die Madden-Brüder Joel und Benji auf „Good Morning Revival” (03/2007) sowie auf der grauenvollen „Greatest Remixes“-CD (11/2008) nicht nur vollkommen unnötig in (beinahe schon) Dance-Pop-Gefilden ausgetobt, sondern nebenbei auch ihren Vertrag mit Sony Music erfüllt hatten, war im gespannt wartenden Fanlager lange nicht richtig klar, wohin die Band mit ihrer Mischung aus Pop und Punk in Zukunft wollte. Zwischendurch sickerte die Kunde durch, dass ein zusammen mit Produzent Howard Benson (u.a. My Chemical Romance, Puddle Of Mudd, Papa Roach) komplett fertig eingespieltes Album in den Giftschrank wanderte und „Good Morning Revival”-Produzent Don Gilmore (Dashboard Confessional, Linkin Park, Avril Lavigne) für die Neuaufnahmen verpflichtet wurde. Neben der Verkündung eines neuen Plattendeals mit Capitol/EMI war es das dann aber auch schon mit den Meldungen aus dem Good-Charlotte-Lager.

Deshalb ist es jetzt endlich an der Zeit für Tatsachen, sprich für: „Cardiology“, dem fünften Studioalbum in zehn Jahren Bandgeschichte, an das nach über zehn Millionen verkauften Tonträgern durchaus hohe Erwartungen geknüpft sind. Doch ob diese nach einem Album wie diesem überhaupt noch begründet werden können, ist zweifelhaft. Denn wo Good Charlotte in der Vergangenheit einen reizvollen Kontrast zwischen Pop und Punkrock schufen, ist mittlerweile nur noch ein laues Lüftchen aus klebrigen Schlagermelodien vorhanden („Alive“, „Standing ovation“, „There she goes“), die in eine Zuckerwatte-Produktion ohne Ecken und Kanten verpackt wurden.

Angeblich ist dies ein Schritt „Back to the Roots“, doch Pop-Punk ist schon lange tot und echter Punk hat in den Songs des Quintetts aus Waldorf, Maryland spätestens seit diesem Album keinen Platz mehr. Ähnlich wie Linkin Park servieren Good Charlotte einen rosaroten Wattebausch aus schwebenden Synthesizerflächen („Cardiology“), zaghaften U2-Gitarren („Right where I belong“) und dümmlichen Texten („Sex on the radio“). Das Endergebnis nach einer gute Dreiviertelstunde Spielzeit ist dermaßen fad und belanglos, dass man die CD in einem Taumel aus Enttäuschung, Wut und Unverständnis am liebsten im hintersten Regaleck verschwinden lassen möchte, damit sie einem ja nicht mehr unter die Augen – oder noch schlimmer – in die Ohren kommt.

Anspieltipps:

  • Counting the days
  • Let the music play
  • Right where I belong

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