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The Unlimiters The Unlimiters


  • Label: Highscore Publishing
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Berlin ist nicht einfach irgendeine Stadt. Von vielen verachtet, von nicht weniger vielen vergöttert bildet sie die Hochburg – nein – das Epizentrum der musischen Kreativität Deutschlands. Keine andere deutsche Stadt lockt so viele Paradiesvögel an. So viele Künstler, ganz gleich wie erfolgreich sie sind, haben diese Stadt als eine Art El Dorado betrachtet, welches vor Inspiration nur so überquillt. Besonders gut lässt sich die Vielfalt der Musik begeisterten Menschen in großen Formationen beobachten. Bei den Unlimiters darf man zum Beispiel gleich bis zu acht junge Musikjünger dabei bestaunen, wie beinahe jeder ein anderes Instrument beherrscht und durch die typisch mitreißende Art des Ska, sowie der lebensfrohen Ader des Reggae ein großes Klangbild entsteht, das einfache Rockbands schon konventionell wirken lässt. Natürlich ist Reggae aus der Republik nichts Neues, aber der Festivalsommer hat gezeigt, dass gerade Vertreter dieser Richtung die Massen zum Entzücken brachten. The Unlimiters aus Berlin also als schöne Erinnerung an den vergangenen Festivalsommer 2010?

An Quantität mangelt es bei einer Besetzung von acht Mann (und Frau) nicht, doch auch qualitativ überzeugen die Hauptstädter von Beginn an. Der Gesang wirkt authentisch und sorgt sogleich für das angenehme Gefühl, welches Reggea und Ska einfach mit sich bringen. Jeder Ton sitzt und wer auf Durchhänger wartet, der muss den Rest des Tages lediglich mit Erbsen zählen verbringen. Selbst die vielen Instrumentalstücke entbehren sich auf Dauer der Langeweile. Der Schlusstrack „35h“ wirkt zunächst zwar befremdlich mit seiner Blues-Note, aber auch „Plutonium“ zeigt schon, dass sich tanzbarer Rock mit der entspannten Leichtigkeit der jamaikanischen Musik vorzüglich mischt.

The Unlimiters sind prädestiniert, die Clubs und Bühnen im ganzen Land zum Tanzen zu bringen. Ska ist der „neue“ Rock des Friedens und kann dazu umso viele Stile erweitert werden. Schon Farin Urlaub hat bewiesen, dass fast überall Ska verwendet werden kann, wenn man nur will. Und wollen tun The Unlimiters hörbar. Höhepunkte und Rosinen herauszupicken wäre den restlichen Liedern gegenüber nicht gerecht. Gleichzeitig sollen The Unlimiters nicht maßlos über den Klee gelobt werden. Für das fröhliche Beisammensein sind alle Lieder gut genug und auch für gemütliche Feiern bieten sich die Meisten Tracks an. Eine Nummer mit Kultpotenzial sucht man jedoch größtenteils vergebens. Zu ähnlich hören sich die nicht eintönigen, aber auch nicht kunterbunten Arrangements an. War gibt es die ein oder andere bereits genannte Ausnahme, aber ansonsten wird der so feucht fröhliche Genremix sehr ordinär angegangen. Bevor sich das wieder zu negativ anhört, seien alle Ska-Reggae-Fans beruhigt: The Unlimiters sind für Liebhaber der jamaikanischen Musik schon beinahe ein Pflichtkauf, da die aufgezählten Vorzüge der Berliner klar überwiegen.

Anspieltipps:

  • Peking Chicken
  • Plutonium
  • Hard Times

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